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Washington – Der republikanische US-Senator Lindsey Graham ist tot. Der Politiker aus South Carolina starb am Samstagabend im Alter von 71 Jahren nach nach kurzer, schwerer Krankheit, wie sein Büro mitteilte. Weitere Angaben zur Todesursache wurden zunächst nicht gemacht.

Mit Graham verliert die Republikanische Partei einen ihrer bekanntesten Politiker. Fast 24 Jahre lang vertrat er South Carolina im US‑Senat. Zuvor saß er bereits im Repräsentantenhaus und im Parlament seines Heimatstaates.

Bis zuletzt an der Seite der Ukraine

Besonders bekannt wurde Graham als außenpolitischer Falke. Er setzte sich für eine harte Linie gegenüber Russland, Iran und anderen Gegnern der USA ein. Auch zu den lautstärksten Unterstützern der Ukraine gehörte er. Noch am Freitag traf er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew, um über weitere Militärhilfen und Sanktionen gegen Russland zu sprechen.

Vom Erzfeind zum Trump-Verbündeten

Politisch machte Graham eine bemerkenswerte Wandlung durch. Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 gehörte er zunächst zu den schärfsten Kritikern von Donald Trump. Er bezeichnete Trump damals unter anderem als ungeeignet für das Präsidentenamt. Nach dessen Wahlsieg rückten beide jedoch enger zusammen. Aus dem Gegner wurde einer der wichtigsten Verbündeten des Präsidenten im Kongress. Von der „New York Times“ wurde Graham zum „Rockstar der Konservativen“ gekürt.

Der am 9. Juli 1955 geborene Graham studierte Jura und diente als Militärjurist bei der US-Luftwaffe sowie später in der Reserve. In Washington galt er über viele Jahre als einer der einflussreichsten Republikaner bei Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik.

Seine Familie bat nach seinem Tod um Privatsphäre. In Washington löste die Nachricht parteiübergreifend Bestürzung aus. Mit seinem Tod verliert Washington eine der prägendsten außenpolitischen Stimmen der Republikanischen Partei.