US-Behörde warnt vor losen Sitzen in Hunderten Boeing 737-MAX
Die US-Luftfahrtbehörde FAA warnt vor möglicherweise falsch montierten Sitzen in Hunderten Boeing 737-MAX-Jets und fordert deren Inspektion. Bei einer Notlandung oder starken Turbulenzen könnten sich die Sitze aus der Verankerung lösen, Passagiere verletzen und Fluchtwege blockieren, teilte die Behörde am Montag mit. Die vorgeschlagene Direktive betrifft 453 in den USA registrierte Flugzeuge.
Ein Boeing-Sprecher erklärte, der Konzern habe die Fluggesellschaften bereits im Dezember 2025 über das Problem informiert und unterstütze die Anordnung der FAA.
Die Anordnung ist ein weiterer Rückschlag für Boeing. Der Flugzeugbauer steht seit einer Reihe von Produktionspannen unter verschärfter Beobachtung, insbesondere seit Anfang 2024 ein Rumpfteil einer 737-MAX im Flug herausbrach. Die US-Unfallermittlungsbehörde NTSB ging davon aus, dass an dem herausgerissenen Rumpf-Fragment vier Befestigungsbolzen fehlten.
Bei einem früheren Vorfall verlor eine Boeing 777 beim Start in San Francisco ein Rad und beschädigte damit mehrere Autos. Die Maschine mit rund 250 Menschen an Bord, die eigentlich nach Japan fliegen sollte, landete wenig später in Los Angeles.
346 Menschen sterben bei zwei Abstürzen
Boeing geriet in die Krise, als es zu den fatalen Abstürzen 2018 und 2019 kam. Bei den Unglücken zweier Maschinen des Typs 737-Max im Oktober 2018 und März 2019 waren 346 Menschen ums Leben gekommen. Ein Auslöser der Abstürze war Ermittlungen zufolge eine Software der Flugzeuge, die Piloten unterstützen sollte, aber stärker als von ihnen erwartet in die Steuerung eingriff. Boeing geriet in die Kritik, weil der Flugzeugbauer bei der Zertifizierung des Typs durch US-Behörden spezielle Schulungen für die Software für unnötig erklärt hatte.
Das Unternehmen einigte sich 2024 mit der US-Regierung von Präsident Donald Trump auf einen Vergleich. Boeing zahlte 1,1 Milliarden Dollar (knapp eine Milliarde Euro). Im Gegenzug sollte die Strafverfolgung endgültig eingestellt werden.