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Dürre, Hitze, heftige Winde: Feuerwalzen rollen durch Europa! Deutschlands Nachbarn kämpfen derzeit mit verheerenden, zum Teil schlimmsten Waldbränden ihrer Geschichte. Heftige Feuer wüten an der Côte d’Azur und auf Sizilien, in Kastilien-La Mancha und in Wales. Brennt es auch dort, wo Sie bald Urlaub machen wollen? BILD sagt, wo in Europa es derzeit besonders brenzlig ist.

Italien

Je weiter südlich am Stiefel, desto heftiger lodert es. Das bekommen auch deutsche Urlauber zu spüren: „Ich kam gerade aus der Dusche, als die Nachbarin kam und sagte, wir müssten weg, weil es brennt“, sagt Sina S. (49), die sich eigentlich in Apulien (Italien) erholen wollte, zu BILD. Stattdessen musste sie mit ansehen, wie die Flammen immer näher an die Olivenbäume neben ihrem Urlaubshaus herankamen. Während die Deutsche packte, rückte die Feuerwehr mit fünf Löschfahrzeugen an.

Am Abend durften die Urlauber zurück. Die Feuerwehr war weg, doch die Glutnester noch da. Sina S. wies ihre Begleiter an: „Jeder nimmt sich jetzt einen Mülleimer und Wasser aus dem Pool, und wir löschen das jetzt. Letztendlich konnten wir die letzten Brandnester noch löschen. Es war ein echter Abenteuerurlaub.“

Auch aus Kalabrien werden derzeit mehrere Waldbrände gemeldet. Am schlimmsten breitet sich die Feuersbrunst jedoch auf Sizilien aus. Immer wieder facht der heiße Wüstenwind Scirocco aus dem nahegelegenen Afrika die Glutnester an. Die Feuerwehr löscht an Dutzenden Orten. Mehrere Straßen sind blockiert.

In der Gemeinde Santo Stefano im Hinterland der Inselhauptstadt Palermo wurden mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht. In Palermo selbst fiel in der Nacht mehrfach der Strom aus. Über mehreren Vierteln der Großstadt hingen am Morgen dichte Rauchwolken.

Spanien

Als schlimmsten Waldbrand der Geschichte bezeichnete der Regierungschef von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page (58), die Situation in der Region um Madrid. Der Begriff Waldbrand trifft es kaum: Der Wald brennt im Umkreis von 120 Kilometern an mehreren Stellen gleichzeitig und ähnlich heftig. Mehr als 1200 Menschen mussten bereits aus 30 Städten oder Dörfern evakuiert werden. Bislang wurden keine Häuser zerstört. 600 Feuerwehrleute schlagen Brandschneisen, versuchen zu löschen. Doch auch mit der Unterstützung von etwa 30 Löschhubschraubern und -flugzeugen lassen sich die Flammen nur schwer eindämmen. Auch hier sorgen heftige Winde und die vorausgegangene Dürre dafür, dass sich die Flammen ausbreiten. Eine angekündigte weitere Hitzewelle droht, die Lage weiter zu verschärfen.

Mittlerweile eingedämmt sind Großbrände im Nordosten Spaniens. In Andalusien im Süden hatte ein Waldbrand vor einigen Tagen 13 Menschenleben gefordert.

Frankreich

In Südfrankreich wütet derzeit ein riesiger Waldbrand mit Auswirkungen bis an die Côte d’Azur. Das Feuer hat sich im bergigen Hinterland nordöstlich von Marseille (Region Provence-Alpes-Côte d’Azur) bereits auf 2500 Hektar Fläche ausgebreitet. Die Feuerwehr ist mit 1100 Mann, 350 Fahrzeugen, Löschflugzeugen und Hubschraubern im Einsatz, teilte die Präfektur des Departements Var am Morgen mit. 30 bis 40 Gebäude wurden bereits beschädigt. Der Qualm wabert auch bis an die Strände der beliebten Urlaubsregion.

Rund 500 evakuierte Bewohner verbrachten die Nacht in Notunterkünften. Hunderte Haushalte in der Region rund um die Orte Cotignac und Pontevès sind ohne Strom. Etliche Landstraßen wurden gesperrt. Ausgebrochen war der Brand am Dienstagmittag auf einem Feld und hatte sich dann mit rasanter Geschwindigkeit ausgedehnt, berichtete die örtliche Zeitung „Var-Matin“.

Auch in anderen Landstrichen Frankreichs kämpft die Feuerwehr gegen Naturbrände. Für etliche Regionen gilt die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Bei der Bekämpfung eines Brandes am Flughafen von Bordeaux kamen am Dienstag zwei Feuerwehrleute ums Leben, die in ihrem Einsatzfahrzeug von den Flammen eingeschlossen wurden. Auf der Urlaubsinsel Korsika haben zwei Brände nach Blitzeinschlägen in der vergangenen Woche bislang mehr als 320 Hektar Wald zerstört.

Präsident Emmanuel Macron (48) sprach von den schlimmsten Waldbränden seit dem Zweiten Weltkrieg. Frankreich steht „ein Sommer bevor, von dem wir wissen, dass er hart werden wird“.

Großbritannien/Irland

Auch Großbritannien leidet unter Dürre. Anhaltende Trockenheit und brütende Hitze verursachten mehrere Waldbrände. In Nordwales wurden Dutzende Häuser evakuiert. Kleinere Feuer lodern auch in England, größere in Irland.

In den schottischen Highlands wurden Campingplätze evakuiert. Im Nationalpark Cairngorms brannten dreieinhalb Kilometer Heideland ab.

Weitere Brände in Europa

Neben den verheerenden Feuern kämpft die Feuerwehr derzeit auch in anderen Ländern Europas gegen vereinzelte Waldbrände – darunter in Deutschland, Norwegen, der Slowakei, Ungarn, Bulgarien oder Griechenland.