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Bad Schandau (Sachsen) – Dramatische Rettung in der Nacht: Ein junger Mann stürzte bei einer Wanderung in der Sächsischen Schweiz 90 Meter in die Tiefe. Erst nach stundenlangem Einsatz konnten Bergretter ihn aus dem felsigen Gelände retten.

Das Unglück ereignete sich am Freitagabend in den Affensteinen, einem beliebten Wander- und Klettergebiet im Nationalpark Sächsische Schweiz. Der 20-Jährige aus Leipzig war mit sechs Begleitern unterwegs, als er plötzlich rund 70 Meter im freien Fall abstürzte. Nach dem Aufprall auf einem steilen Hang rutschte er weitere 20 Meter in die Tiefe.

Seine Gruppe verlor ihn zunächst aus den Augen, konnte aber noch Rufkontakt zu ihm halten. Obwohl schwer verletzt, war der junge Mann ansprechbar. Dutzende Einsatzkräfte machten sich umgehend auf den Weg. Die Unfallstelle lag jedoch in extrem unwegsamem Gelände, zudem war es bereits stockdunkel. Die Retter näherten sich deshalb gleichzeitig von zwei Seiten: von oben über den Winterberg und von unten über den Königsweg.

Feuerwehr schneidet Weg mit Motorsägen frei

Schnell wurde klar: Das ist kein einfacher Einsatz. Umgestürzte Bäume und große Mengen Totholz versperrten den Weg. Auch ein Hubschrauber konnte nicht eingesetzt werden. Die Retter kämpften sich stundenlang durch das Dickicht und mussten sich mit Motorsägen einen Weg zur Unfallstelle freischneiden.

Vor Ort dann die überraschende Nachricht: Trotz des rund 90 Meter tiefen Absturzes war der 20-Jährige auch Stunden später noch bei Bewusstsein. Er hatte mehrere Knochenbrüche, Prellungen und eine Kopfplatzwunde erlitten, kam aber vergleichsweise glimpflich davon.

Stück für Stück wurde der verletzte Wanderer schließlich über die Felswand nach oben gezogen. Erst nachdem Feuerwehr und Bergretter Hindernisse beseitigt und Wege freigemacht hatten, konnte er zum Rettungswagen gebracht werden. Während der 20-Jährige in der Klinik behandelt wurde, erhielten seine sechs Begleiter Betreuung von einem Kriseninterventionsteam.