TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Barth (Mecklenburg-Vorpommern) – Im Landkreis Vorpommern-Rügen sorgt ein seltener tierischer Besucher für Aufsehen: Mehrere Anwohner hatten in den vergangenen Tagen Begegnungen mit einem Elch nahe der Ostsee.

Mit diesem Anblick hatte Julia Groß nicht gerechnet. Die 28-Jährige war gerade auf dem Weg zur Arbeit, als das Tier in Karnin (Mecklenburg-Vorpommern) vor ihr die Fahrbahn kreuzte. „Ich habe auf der rechten Seite auf einem Feld ein Reh gesehen, dachte ich erst“, sagte Groß. Als das Tier näher kam, erkannte sie dann, dass es ein Elch war. Die Frau filmte mit ihrem Handy, wie das Tier über die Straße zu einem anderen Feld ging. Zuvor wurde das Tier bereits weiter östlich bei Greifswald gesichtet.

Gefahr für Autofahrer

So schön der stattliche Riese auch anzuschauen ist: Der Elch könnte für Autofahrer bei einem Zusammenstoß zur Gefahr werden, warnt die Polizei Stralsund. „Ein Elch kann eine Schulterhöhe von bis zu zwei Metern haben und mehrere hundert Kilo wiegen“, sagte Pressesprecherin Juliane Boutalha.

Wenn der Elch am Straßenrand auftaucht, rät die Polizei: Ruhe bewahren und Tempo rausnehmen. Anschließend sollten Autofahrer die Behörden informieren und dem Tier nicht zu nahe kommen. Unfälle mit Elchen gab es im Landkreis Vorpommern-Rügen in den vergangenen Jahren aber nicht, so Boutalha.

Der Elch von der Ostsee hat offenbar eine längere Wanderung hinter sich. Die Tiere kommen in Mecklenburg-Vorpommern nur vereinzelt vor und gelten dort nicht als heimisch. Nachdem sie in West- und Mitteleuropa bereits im Mittelalter ausgerottet wurden, leben die Tiere heute vor allem in Skandinavien, den baltischen Staaten und Russland. Kleinere, aber wachsende Bestände gibt es inzwischen auch in Belarus und Polen. Von dort wandern nach Angaben von Jochen Elberskirch, Leiter des Naturparks Am Stettiner Haff, immer wieder junge Elche nach Mecklenburg-Vorpommern ein.