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Berlin – Er kennt das Regierungsgeschäft wie kaum ein anderer: Peter Altmaier (68, CDU) war unter Altkanzlerin Angela Merkel (72, CDU) Umwelt-, Wirtschafts- und Kanzleramtsminister. Seit einigen Monaten meldet sich Altmaier wieder regelmäßig zu Wort und mischt sich politisch ein. So auch jetzt. Auf das Hin und Her um (Noch-)Verkehrsminister Patrick Schnieder reagiert Altmaier mit einem Wut-Post und geht mit Kanzler Friedrich Merz hart ins Gericht.

Er kenne Schnieder „seit anderthalb Jahrzehnten“, schreibt Altmaier auf X. Schnieder sei „ein erfahrener Fachmann, harter Arbeiter und großartiger Mensch & Freund“. Dann wird Altmaier deutlich: „Der Umgang mit ihm macht mich betroffen & wütend.“ Brisant: Auch Schnieders Bruder, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder, teilte den Altmaier-Post. Brüderliche Solidarität im Hause Schnieder.

Hintergrund ist Merz’ „Verkehrschaos“. Der Kanzler will Schnieder als Verkehrsminister loswerden. Das berichtete BILD am Freitagmorgen exklusiv. Schnieder hatte sich bereits per SMS von Kollegen verabschiedet. „Der Bundeskanzler hat mir gestern am späten Nachmittag mitgeteilt, dass er mich als Verkehrsminister entlassen wird. Heute Morgen um 9.00 Uhr wird er dies u. a. in einer Pressekonferenz öffentlich machen“, heißt es darin. Doch es kam anders. Da Merz’ Wunschnachfolger im Verkehrsministerium, Fritz Güntzler, um 4 Uhr nachts dem Kanzler absagte, stand dieser nun ohne Nachfolger da – und Patrick Schnieder ist weiterhin im Amt.

Entsetzen in der Heimat von Patrick Schnieder

Der Altmaier-Post steht exemplarisch für die Stimmung in der CDU. An der Basis herrscht Fassungslosigkeit angesichts des Umgangs des Kanzlers mit seinem Verkehrsminister. In Schnieders Heimat Rheinland-Pfalz ist von blankem Entsetzen die Rede. Kein einziges Mitglied könne den Umgang mit Schnieder nachvollziehen. Die Mitglieder unterstellen Merz Undankbarkeit. Ein Mitglied des CDU-Landesvorstandes zu BILD: „Diese Unprofessionalität macht einen wahnsinnig.“

Den Unmut an der Basis bestätigt auch Parteilegende Wolfgang Bosbach aus NRW. Auf Linkedin schreibt er: „In der Causa Schnieder herrscht flächendeckendes Erstaunen. Vorsichtig formuliert.“ Er frage sich, ob hinter allem möglicherweise eine „geniale Strategie steckt – nur welche?“ Bosbach kritisch: „Wird das wirklich Rückenwind für unsere Wahlkämpfer bedeuten? Bin da nicht so ganz sicher.“