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Berlin – Der Absturz ist dramatisch: Nur noch 17 Prozent der Bürger trauen dem Staat überhaupt noch zu, seine Aufgaben zu erfüllen. 2025 waren es 23 Prozent, 2024 noch 25 Prozent und 2023 sogar 27 Prozent. Etwa vier von fünf Deutschen halten ihn inzwischen für überfordert – ein neuer Tiefpunkt. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Bürgerbefragung im Auftrag des Beamtenbunds (dbb), die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Der Bundesvorsitzende Volker Geyer (60) schlägt Alarm: „Die Ergebnisse unserer Befragung sind eine Katastrophe und ein Weckruf für die Regierung. Das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates ist auf einen neuen Tiefststand gefallen. Die Politik muss handeln, um diesen Sinkflug zu stoppen.“

Bemerkenswert: Die Bürger geben nicht den Beschäftigten im öffentlichen Dienst die Schuld – sondern der Politik. Geyer fordert deshalb die Bundesregierung zum Handeln auf: „Die Bundesregierung ist am Zug. Die Bürger in Deutschland erwarten Reformen, die sich positiv auf ihr Leben auswirken, die Wirtschaftswachstum schaffen, die Sozialsysteme stärken und dafür sorgen, dass der Staat wieder besser funktioniert.“

Besonders groß ist der Frust bei den Themen Rente und Sozialsysteme, Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze und Infrastruktur. Genau hier sehen die Bürger den größten Reformstau. Gleichzeitig hat sich die Lage bei Migration und innerer Sicherheit aus Sicht der Befragten etwas entspannt. Für Geyer ist das ein wichtiges Signal: „Vielleicht liegt hierin auch eine Botschaft an die Politik. Durch konsequentes Handeln kann der Negativtrend in den Umfragen tatsächlich gestoppt werden.“

Mehr Aufgaben, wenig Personal, veraltete Ausstattung

Auch die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes wird immer kritischer gesehen. Erstmals seit Beginn der Erhebung sagt mehr als jeder Zweite (51 Prozent), die Leistungsfähigkeit habe sich verschlechtert. Der dbb sieht die Ursache nicht bei den Beschäftigten, sondern in immer mehr Aufgaben, zu wenig Personal und veralteter Ausstattung.

Klar ist auch, was sich die Menschen wünschen: weniger Bürokratie, schnellere Behörden und mehr Digitalisierung. 86 Prozent fordern einfachere Vorschriften, 78 Prozent kürzere Bearbeitungszeiten und 72 Prozent mehr digitale Verwaltungsangebote. Geyer betont: „Hier ziehen Beschäftigte und Bürger an einem Strang: Alle wollen mehr Digitalisierung und weniger ausufernde Bürokratie.“

So steht es um das Ansehen der Beschäftigten

Trotz aller Kritik am Staat bleibt das Ansehen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst erstaunlich stabil. Feuerwehr, Pflegekräfte und andere öffentliche Berufe genießen weiterhin großes Vertrauen. Auch Beamte werden von vielen Bürgern nach wie vor mit Eigenschaften wie verantwortungsbewusst, pflichtbewusst und zuverlässig verbunden.