Stuttgart – Bei Porsche droht der nächste Mega-Umbau! Der neue Konzernchef Michael Leiters (54) will nach Informationen aus Arbeitnehmerkreisen die Produktion des Erfolgs-SUV Cayenne aus der Slowakei zurück nach Leipzig holen. Klingt nach einer guten Nachricht für Sachsen – hat aber einen gewaltigen Haken: Die Beschäftigten sollen dafür massive Zugeständnisse bei den Löhnen machen.
„Man hält uns die Mohrrübe vor die Nase, indem man uns den Cayenne und eine sichere Werksbelegung verspricht, fordert aber tiefe Einschnitte“, heißt es bei Arbeitnehmervertretern, die die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zitiert. Dabei war Leiters erst Anfang Januar voller Optimismus nach Bratislava gereist. Dort feierte der neue Porsche-Chef den Produktionsstart des elektrischen Cayenne im hochmodernen VW-Werk. Nur wenige Monate später soll die Fertigung dort schon wieder Geschichte sein. Der Grund: Porsche steckt tief in der Krise. Die Werke in Leipzig (SUV-Fabrik) und Zuffenhausen (Sportwagen) sind längst nicht ausgelastet.
Im ersten Quartal 2026 brach der Absatz um 15 Prozent auf nur noch 60.991 Fahrzeuge ein. In China stieg das Minus sogar auf 21 Prozent (7519 verkaufte Autos). Zwischenzeitlich machte deshalb ein Schock-Gerücht die Runde: Sollte das Leipziger Werk dichtmachen? Auslöser war eine Aussage von Leiters. Er hatte gesagt, dass „Porsche von der Kapazität zwei halbe Werke“ habe. Viele Mitarbeiter deuteten das als Warnsignal für eine mögliche Werksschließung. Offiziell schweigt Porsche zu den Verlagerungsplänen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Mitarbeiter auf einen Teil ihres Lohns verzichten. Denn in der Slowakei verdienen die Beschäftigten deutlich weniger als in Deutschland. Gesamtbetriebsratschef Ibrahim Aslan (52) bestätigte die Verhandlungen. „Allerdings sind noch einige Themen offen, über die es zu diskutieren gilt“, erklärte Aslan.
Stellen stehen auf dem Spiel
Fest steht: Auf die Beschäftigten kommen harte Zeiten zu. Bereits mehrere Hundert befristete Arbeitsverträge wurden nicht verlängert. Bis August sollen weitere 200 Stellen über freiwillige Aufhebungsverträge wegfallen. Zusätzlich könnten bis zu 400 Mitarbeiter vorübergehend nach Wolfsburg wechseln. Leiters verteidigt den Sparkurs. „Der anhaltende Druck auf die Automobilindustrie erfordert auch bei Porsche konsequente Maßnahmen“, sagte er der „Leipziger Volkszeitung“. Zugleich betonte er: „Wir bekennen uns zum Standort Deutschland und insbesondere auch zu unserem Werk in Leipzig.“
Die Zahlen sind dramatisch: 2025 stürzte der operative Gewinn um 92,7 Prozent auf nur noch 413 Millionen Euro ab. Das klassische Autogeschäft brachte gerade einmal 90 Millionen Euro ein. Schlechte China-Verkäufe, US-Zölle und milliardenschwere Kosten für die Neuausrichtung haben den Sportwagenbauer schwer getroffen.