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Berlin – Die Bilder aus Moskau gingen um die Welt: brennende Ölraffinerien, Explosionen am Himmel und Drohnenalarm in der russischen Hauptstadt. Mit mehr als 500 eingesetzten Drohnen flog die Ukraine einen ihrer bislang schwersten Gegenangriffe auf russisches Territorium. Der Krieg kommt in die Stadt zurück, in der er geplant und befohlen wurde – und setzt den Kreml unter Druck!

Während Russland den Krieg seit Jahren vor allem auf ukrainischem Boden führt, gelingt es Kiew immer häufiger, strategisch wichtige Ziele tief im russischen Hinterland anzugreifen. Die Attacken treffen nicht nur militärische Infrastruktur, sondern zunehmend auch die wirtschaftliche Lebensader des Landes: die Öl- und Gasindustrie. Und Russlands Flugabwehr ist wehrlos!

Wie stark die jüngsten Angriffe den Kreml tatsächlich unter Druck setzen, darüber sprach BILD-Vize Paul Ronzheimer mit dem langjährigen Moskau-Korrespondenten Fred Pleitgen von CNN.

„Das ist schon ein Schlag ins Kontor“

Im RONZHEIMER-Podcast sagte Pleitgen: „Die Probleme sind für Wladimir Putin noch größer geworden.“ Die Ukraine habe es geschafft, das Ruder herumzureißen und den Druck auf Russland – militärisch wie wirtschaftlich – massiv zu erhöhen.

Die „großflächigen Drohnenangriffe der Ukrainer machen den Russen enorm zu schaffen“, so der Moskau-Kenner. In der russischen Hauptstadt gebe es bereits eine Treibstoffknappheit, nun wurde die größte Raffinerie im Großraum Moskau getroffen. Pleitgen: „Das ist schon ein Schlag ins Kontor – vor allem, weil die Russen ja eigentlich gewarnt sind. Also die haben ja ihre Luftabwehr, die gerade um Moskau enorm stark zu sein schien. Aber selbst die konnte das nicht verhindern.“

Dies spüre auch das Kreml-Regime: „Das schwächt das Vertrauen in die Regierung Putin. Ich glaube noch nicht, dass es den Staat selbst, die Staatsform oder auch Putins Herrschaft gefährdet. Aber es ist schon eine gewisse Hoffnungslosigkeit, die sich jetzt breitmacht“, so Pleitgen.

Der CNN-Korrespondent sieht Russland in einer Abwärtsspirale. Die Angriffe auf Moskau kratzten die Stärke an, die das Regime stets ausstrahlen wollte, und stünden am Ende einer Kette negativer Entwicklungen: „An der Front ist kein Ende in Sicht. Es ist wirtschaftlich immer schwieriger. Die Inflation wird auch immer höher, die Arbeitslosigkeit wird höher.“

Putin könne sich nicht ewig einen solchen Krieg leisten: „Russland ist, was die Bevölkerungszahl angeht, nicht mehr die Sowjetunion. Und man kann sich mittlerweile nur noch in einem gewissen Umfang leisten, jeden Monat so viele Soldaten zu verlieren“, so Pleitgen. „Also wenn es da nicht einen Taktikwechsel gibt, der für die Russen effektiver wird, (...) dann sehe ich zurzeit auf dem Schlachtfeld nicht, wie die ihre Ziele in nächster Zeit erreichen wollen.“