Los Angeles – Das könnte eine ganz bittere Nacht für Trump (80) werden. Der US-Präsident steht bei diesen Midterms zwar selbst nicht zur Wahl. Aber seine Macht in Washington schon. Und die ersten wichtigen Ergebnisse leuchten vor allem in einer Farbe: blau. Die Farbe der Demokraten! Schon jetzt ist klar: Bei den US-Kongresswahlen werden die Demokraten einer Prognose von „CNN“ zufolge die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern.
Im Senat, der zweiten Kammer des Kongresses, wird noch um wichtige Mehrheiten gerungen: Die Demokraten haben den Republikanern bereits einen Senatssitz abgenommen. In North Carolina schlägt Ex-Gouverneur Roy Cooper den Republikaner Whatley. Der Sitz wechselt damit von Rot zu Blau. Für die Demokraten der erste wichtige Schritt auf dem schwierigen Weg zur Senatsmehrheit!
Auch zwei andere für sie entscheidende Rennen gehen gut aus: In Georgia verteidigt Jon Ossoff seinen Senatssitz, in New Hampshire schlägt Demokrat Chris Pappas den Republikaner John Sununu. Damit halten die Demokraten zwei Sitze, die sie auf keinen Fall verlieren durften.
Doch der größte Schock für Trumps Republikaner kommt ausgerechnet noch aus Texas. Dort gewinnt der Demokrat James Talarico (37) im Rennen um den US-Senat gegen den Republikaner Ken Paxton. Trump unterstützt Paxton.
Der Sieg des Demokraten ist eine politische Sensation. Seit 1994 hat kein Demokrat mehr eine landesweite Wahl in Texas gewonnen. Noch bei der Präsidentschaftswahl 2024 hatte Trump den Bundesstaat mit 56 zu 43 Prozent gewonnen. Und Texas wäre für die Republikaner nicht irgendein Verlust. Der Bundesstaat gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Machtbasen der Partei. Dass die Demokraten dort überhaupt ernsthaft um einen Senatssitz kämpfen, zeigt, wie gefährlich diese Wahlnacht für die Republikaner geworden ist.
In South Carolina erringt die Demokratin Annie Andrews einen Senatssitz von den Republikanern zurück. Besonders brisant: Trump hatte den Bundesstaat 2024 noch mit zweistelligem Vorsprung gewonnen.
Ganz ohne Erfolg bleiben Trumps Republikaner allerdings nicht. In Florida gewinnt der Trump-Verbündete Byron Donalds die Gouverneurswahl. Gleichzeitig verteidigt die Republikanerin Ashley Moody den Senatssitz für ihre Partei. Florida bleibt damit ein starkes republikanisches Pflaster. Trotzdem wächst der Druck – und Trump könnte neben dem Repräsentantenhaus auch die zweite wichtige Kammer verlieren: den Senat.