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Washington – Trump hielt am Abend die letzte Wahlkampfrede vor Eröffnung der Wahllokale, kämpfte um die letzten Stimmen für die US-Zwischenwahlen. Ob er dafür den richtigen Auftritt und die richtigen Worte gewählt hat, ist aber fraglich!

Der US-Präsident Trump hielt die Rede vor einer Kulisse, die ihm persönlich sehr wichtig ist: dem teuer renovierten Wasserbecken vor dem Lincoln Memorial in Washington. Das war Gegenstand von viel Zoff in den vergangenen Monaten, da es sich wegen Algenbefall grün verfärbt hatte statt blau zu schimmern, was für viel Wut, Spott und falsche Behauptungen (Trump: „Vandalismus!“) sorgte.

Gestern schimmerte das Spiegelbecken endlich blau, und Trump begann seine Rede mit einem Trump-typischen Scherz, der nur halb als Witz gemeint war: „Ich bin stolz, die offizielle Eröffnung des Lincoln Memorial Reflecting Pool bekanntzugeben. Jetzt denken wir ernsthaft darüber nach, den Namen in Trump Reflecting Pool zu ändern. Das werden wir irgendwann morgen bekanntgeben.“ Erst dann legte er nach mit: „Nein, ich mache nur Spaß. Ich mache nur Spaß. Bitte, berichten Sie das nicht. Die schneiden das nicht einfach raus und sagen dann: Er ändert den Namen.“

Über konkrete Politik (Lebenshaltungskosten, Krieg, …) sprach Trump wenig, da er viel Zeit darauf verwendete, sich für die Renovierung des Spiegelbeckens zu loben. Dafür zeigte er Bilder, die den Pool besonders hässlich (vorher) und besonders schön (nach der 16 Millionen Dollar teuren Renovierung) zeigten.

Erst später ging er in den richtigen Wahlkampfmodus über, attackierte dann die Demokraten als „Extremisten“ und warnte die Bürger davor, ihnen zu einem Sieg zu verhelfen. Sich selbst bescheinigte Trump dagegen eine hervorragende Bilanz: Er habe „das goldene Zeitalter Amerikas“ eingeleitet und für Wirtschaftswachstum gesorgt.

Und schließlich lobte er sich mit einem neuen Superlativ: „Ich habe jedes Versprechen gehalten, das ich je gemacht habe. Weit besser sogar. Ich habe mehr Versprechen gehalten, als ich gemacht habe.“