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Washington/Teheran – Es schien, als habe Donald Trump (80) den Irankrieg anfangs dem unterdrückten iranischen Volk gewidmet. Nach der Tötung von Ayatollah Ali Chamenei (†86) in den ersten Kriegsstunden erklärte der US-Präsident ausdrücklich: „Das ist die größte Chance für das iranische Volk, sein Land zurückzuerobern.“ Nach mehr als hundert Kriegstagen hat sich das Blatt gewendet: Das Schicksal des iranischen Volkes spielt im jetzigen Iran-Deal offenbar keine Rolle mehr. Das Mullah-Regime – nun mit Sohn Modschtaba Chamenei (56) an der Spitze – wirkt gefestigter denn je. Trump sagte jüngst sogar, er komme mit dem neuen Mullah bei den Verhandlungen „ganz gut zurecht“.

Regimegegner in der 93-Millionen-Einwohner-Nation allerdings fühlen sich im Stich gelassen und verraten. Besonders von Trump, der das Drängen auf Regimewechsel offenbar aufgegeben hat, so Kritiker. Auch für Exil-Iraner ist das eine bittere Pille. Rund um Oppositionsführer Reza Pahlavi (65), den Sohn des letzten Schahs, ist die Verbitterung spürbar. Sein Stabschef Cameron Khansarinia und die Journalistin Tina Ghazimorad zeichneten gegenüber Pressevertretern ein weiter düsteres Bild der Lage im Iran.

Kritik auch an Europa: „Komplett abwesend“

Auf BILD-Frage monierte Khansarinia, dass die Opposition „nicht direkt in die Verhandlungen eingebunden“ gewesen sei. Pahlavis Team stehe zwar in Kontakt mit der US-Regierung, doch beim jüngsten Tauziehen blieben die Exil-Regimegegner Zaungäste. Kritik gab es auch in Richtung Europa, das in dem Konflikt „komplett abwesend“ gewesen sei.

Khansarinia nannte hier besonders Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Europa spreche zwar gern wortgewandt über Menschenrechte, Menschenwürde, Gleichstellung und Minderheitenschutz – beim Iran aber bleibe davon wenig übrig, klagte er.

Regime will Volk „psychologisch erschöpfen“

Im Iran selbst, so beharren Pahlavis Leute, schwelt die Opposition weiter. Dass es keine Massenproteste gebe, bedeute nicht, dass das Regime das Land im Griff habe. Die Mullahs hätten ihr Unterdrückungsmodell verändert: Statt nur mit Brutalität auf den Straßen zu reagieren, solle das Volk „psychologisch erschöpft“ werden. Seit dem 18. März wurden mindestens 20 Menschen hingerichtet. Es seien für Pahlavis Team nicht nur willkürliche Tötungsakte, sondern politische Botschaften: Das könnte auch deiner Familie drohen!

Neue Volksaufstände erwartet

Die emotionale Atmosphäre im Land beschreibt Ghazimorad als eine „Mischung aus Wut, Trauer und Angst“. Das Regime gehe gerade auch an den Universitäten knallhart vor. Kritische Studenten erhielten Exmatrikulationsbescheide. Für viele Iraner fühle es sich an, als sei das ganze Land vom Regime „gekapert“ worden.

Ein gefährliches Gebräu aus wirtschaftlicher Not und moralischer Wut brodle weiter. Die Mullahs bleiben hochnervös, so die Exil-Opposition. In einem internen Papier soll eingeräumt worden sein, dass bei den Januar-Protesten hundert Städte am Rand des Zusammenbruchs standen. Pahlavi-Berater Khansarinia ist sich aber trotz aller Rückschläge sicher: „Es wird neue Proteste geben!“