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Washington – Die Freude über das Geburtstagsgeschenk von Bundeskanzler Friedrich Merz und die Annäherung an Europa auf dem G7-Treffen am Genfersee währten bei Donald Trump offenbar nur kurz! Kurz vor einem Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Washington hat US-Präsident Donald Trump mehreren europäischen Verbündeten erneut mangelnde Unterstützung vorgeworfen.

Die USA hätten über Jahre enorme Summen für den Schutz Europas ausgegeben, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Als Washington selbst Hilfe erbeten habe gegen den Iran, seien wichtige Partner jedoch nicht für die USA da gewesen: „Wir haben all dieses Geld ausgegeben. Und wenn wir dann bei Kleinigkeiten um Hilfe bitten, dann sagen sie: Nein, wir helfen lieber nicht.“ Klar ist: Die Freundschaft zwischen Europa und Trump-Amerika steht weiterhin unter massivem Druck!

„Wir haben sie gebeten zu kommen, und sie waren nicht für uns da“

Trump nannte am Montag explizit Großbritannien, Deutschland und Italien: „Wir haben sie gebeten zu kommen, und sie waren nicht für uns da“, sagte er. US-Regierungsvertreter hatten Nato-Verbündeten bereits zuvor mehrfach vorgeworfen, die USA im Krieg gegen den Iran nicht ausreichend unterstützt zu haben. Trump drohte: „Wir können ihnen das ebenfalls entgegnen, wenn wir wollen – und das tun wir womöglich auch.“

Besonders mit Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni (49) war Trump zuletzt aneinandergeraten. Italien habe den USA nicht erlaubt, während der Angriffe auf den Iran Landebahnen oder Flugplätze zu nutzen. Nach der Einigung mit dem Mullah-Staat wolle Meloni „wieder mit uns befreundet sein“ und hätte „immer wieder darum gebeten, mit mir fotografiert zu werden“, sagte Trump. Die stolze Römerin reagierte kühl. „Io e l'Italia non imploriamo mai“, schrieb sie auf X. Auf Deutsch: „Ich und Italien betteln niemals.“

Trump stellt Sicherheitszusagen infrage – Nato-Chef Rutte kommt heute nach Washington

Für US-Politologe Prof. Jules Boykoff (55, Pacific University) ist klar: Trump hat trotz nahendem Iran-Deal viel, wovon er derzeit ablenken muss – und er braucht mediale Punktsiege, um bei den Zwischenwahlen im November erfolgreich zu sein. Boykoff zu BILD: „Da sich sein Krieg gegen den Iran zu lange hingezogen hat, die US-Benzinpreise immer noch irre hoch sind und seine Umfragewerte abstürzen, braucht Trump vor den bevorstehenden Zwischenwahlen einen politischen Erfolg.“

Der Streit geht nun munter weiter: Trump stellte am Montag auch amerikanische Sicherheitszusagen für Europa indirekt infrage. Die USA gäben Hunderte Millionen Dollar aus, um europäische Staaten vor Russland zu schützen, sagte er. Wenn Verbündete den Vereinigten Staaten bei vergleichsweise kleinen Angelegenheiten nicht helfen wollten, könne Washington künftig ebenfalls Nein sagen.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird von Dienstag bis Donnerstag in Washington erwartet. Geplant ist unter anderem ein Treffen mit Trump im Weißen Haus. Auch Gespräche mit anderen ranghohen Regierungsvertretern sind vorgesehen.