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Lingen (Niedersachsen) – Jetzt mischt Russland in der deutschen Atom-Produktion mit. Bei der Firma Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) im niedersächsischen Lingen dürfen künftig auch sechseckige Brennelemente russischen Typs hergestellt werden. Dafür will das Unternehmen russische Technik und Lizenzen nutzen – und setzt auf die Zusammenarbeit mit dem Atomkonzern Rosatom. Der russische Staatskonzern ist direkt Kreml-Herrscher Wladimir Putin (73) unterstellt.

Damit reicht der lange Arm Putins nun bis ins beschauliche Emsland – obwohl es nicht nur in der Region erheblichen Widerstand gibt. Kritiker warnen vor dem Einfluss Russlands und der Gefahr von Spionage und sogar Sabotage. Die Sicherheitsbehörden des Bundes schätzen das Risiko allerdings nach einer Überprüfung als überschaubar ein. Damit habe das Land Niedersachsen keine rechtliche Grundlage, die Genehmigung zu verweigern.

Schmutziger Atom-Deal „grundfalsch“

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (50, Grüne) ärgert der Atom-Deal: „Ich habe immer gesagt, dass ich Geschäfte und eine enge Kooperation mit Putins Atomkonzern für grundfalsch halte.“ Auch aus der Ukraine sei vor einer Kooperation mit Rosatom gewarnt worden, „zumal dieser Putin direkt unterstellte Atomkonzern in Kriegshandlungen verwickelt ist und ihm schwere Menschenrechtsverbrechen vorgeworfen werden“, so Meyer. Die „sicherheitspolitische Bewertung der aktuellen Bundesregierung“ könne er „vor dem Hintergrund massiver Warnungen der Sicherheitsdienste vor hybriden Bedrohungen, gerade bei kritischer Infrastruktur, persönlich nicht nachvollziehen“.

Die Genehmigung gilt unbefristet, allerdings gelten strenge Auflagen. Mitarbeiter von russischen Atomkonzernen dürfen das Firmengelände nicht betreten – und wenn doch, nur in Begleitung von Mitarbeitern der Aufsichtsbehörde. Lizenzmaschinen müssen extern sicherheitstechnisch überprüft werden. Das uranhaltige Material aus Russland muss auf „mögliche Manipulationen“ überprüft werden.