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Berlin – In Deutschland geht die Job-Angst um. Allein in der Industrie verschwinden jeden Monat 15.000 Arbeitsplätze. Doch ausgerechnet bei einem Arbeitgeber brummt der Job-Motor: der Bundesregierung! Nach BILD-Informationen plant Finanzminister Lars Klingbeil im Haushaltsentwurf 2027 mit 310.487 Stellen in der Bundesverwaltung. Das sind 12.347 mehr als im letzten Ampel-Jahr 2024. Bricht die schwarz-rote Koalition ihr nächstes großes Versprechen?

Denn im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, den Personalbestand in Teilen der Bundesverwaltung bis zum Ende der Legislaturperiode um mindestens acht Prozent zu senken. Tatsächlich ist bisher das Gegenteil der Fall: Es wird munter weiter eingestellt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) auf Basis des Haushaltsentwurfs 2027. Demnach werde die Zahl der Stellen von 298.140 im Jahr 2024 auf 310.487 im Jahr 2027 steigen (plus 12.347). Die Zahl bezieht sich dabei ausschließlich auf die unmittelbare zivile Bundesverwaltung. Sprich: Neue Soldatenstellen wurden nicht berücksichtigt.

Gegenüber 2017 beträgt der Zuwachs sogar 53.418 Stellen. Besonders brisant: Um das versprochene Sparziel noch zu erreichen, müssten in den Jahren 2028 und 2029 jeweils rund 18.000 Stellen abgebaut werden.

Tausende neue Beamten-Posten

Der Aufwuchs geht laut INSM vor allem auf Beamtenstellen zurück. Zwischen 2024 und 2026 stieg deren Zahl um 9.008, während Arbeitnehmerstellen leicht zurückgingen. Für 2027 plant der Bund weitere 4.316 Beamtenstellen. Parallel steigen auch die Personalkosten kräftig. Sie erhöhten sich laut Haushaltsansätzen von 44,97 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 48 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Für 2027 sind bereits 51,62 Milliarden Euro eingeplant.

Seit 2017 hat der Bund seinen Personalbestand laut Studie um 48.684 Stellen beziehungsweise 18,9 Prozent ausgeweitet. Die Personalausgaben stiegen im selben Zeitraum sogar um 50,1 Prozent. Vor allem die Chefetagen des Staates wachsen dabei: Die Zahl der Beamtenstellen im höheren Dienst stieg seit 2017 um 43,9 Prozent, bei den Spitzenbeamten der B-Besoldung um 28,2 Prozent.

Auf BILD-Anfrage teilt die Bundesregierung mit, der Stellenaufwuchs diene der „inneren und äußeren Sicherheit“, vor allem durch Soldaten. Die von INSM auf Basis des Haushaltsentwurfs 2027 berechneten Zahlen würden zudem „nicht alle Zahlen“ berücksichtigen. So seien etwa „Stelleneinsparungen nach dem Haushaltsgesetz 2026 für 2027 offenbar noch nicht eingerechnet“ Die vermeintlich richtigen Zahlen nennt die Bundesregierung nicht – dafür solle man sich einzeln an alle Ressorts wenden.