Trier (Rheinland-Pfalz) – Es war ein Angriff ohne Vorwarnung: Der Student (22) kam vom Einkaufen und lief einen Fußweg entlang, als sich ihm plötzlich ein Unbekannter in den Weg stellte und mehrmals zustach. Einen Tag nach der tödlichen Messerattacke von Trier teilen die Ermittler mit, dass es sich bei dem Studenten offenbar um ein Zufallsopfer handelt. Der festgenommene Afghane (22) hat die Tat gestanden.
„Es dürfte sich um eine zufällige Begegnung gehandelt haben“, teilt die Polizei am Donnerstag mit. Täter und Opfer hätten sich nicht gekannt. Auch Peter Fritzen, leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Trier (Rheinland-Pfalz), geht davon aus: „An der Stelle, wo es passiert ist, sind sie sich auch begegnet“, sagt er zu BILD. Der Messerstecher habe die Tat zwar eingeräumt, sein Motiv sei jedoch weiterhin unklar.
Student starb im Krankenhaus
Der Student war am Mittwochvormittag kurz vor 10 Uhr nur wenige hundert Meter vom Campus der Uni Trier entfernt attackiert worden, Zeugen wählten den Notruf. Rettungskräfte konnten den 22-Jährigen noch reanimieren, doch er verstarb wenig später im Krankenhaus.
Nach kurzer Flucht wurde der Tatverdächtige nicht weit entfernt aufgespürt und festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor. Mindestens zweimal soll der Afghane mit einem Küchenmesser in den Oberkörper des Studenten gestochen haben. Der mutmaßliche Täter lebt laut Polizei seit mehreren Jahren in Trier, zuletzt demnach in Tatortnähe.
Täter war in psychischer Behandlung
Auf Anordnung des Amtsgerichts wurde der Killer zunächst in der geschlossenen forensischen Psychiatrie untergebracht. Ermittlungen zufolge leidet er an einer psychischen Erkrankung und befand sich deswegen bereits in Behandlung. „Es bestehen daher Anhaltspunkte dafür, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bei Begehung der Tat beeinträchtigt war“, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Klarheit soll ein Gutachten bringen.
Trier trauert um das junge Opfer
Am Donnerstagmittag kamen rund 1000 Menschen auf der Forumsplatte der Universität zu einer Gedenkminute zusammen. Auch ein Kondolenzbuch war ausgelegt, unter anderem trug sich Oberbürgermeister Wolfram Leibe (66, SPD) ein. „Eine Gewalttat wie diese am helllichten Tag auf offener Straße in einem Wohngebiet ist ein verstörendes Ereignis, das die Stadtgesellschaft bewegt. Ich bin sicher, dass Polizei und Staatsanwaltschaft alles tun werden, um die Hintergründe schnell aufzuklären“, so der OB. Uni-Präsidentin Prof. Dr. Eva Martha Eckkrammer (57): „Wir müssen diesen außergewöhnlichen Vorfall gemeinsam verarbeiten und stehen dabei auch Seite an Seite mit der Stadt Trier.“