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Dortmund – Für Ingrid P. ist der weiße 440-PS-Porsche weit mehr als nur ein Auto. Der Macan GTS erinnert sie an ihren verstorbenen Mann – und an ein gemeinsames Leben im amerikanischen Kalifornien. Deshalb sollte der Sportwagen aus den USA nach Deutschland überführt werden. Doch statt in München steht der Wagen seit Monaten in Hagen (NRW) fest.

Jetzt kämpft die Seniorin darum, ihren geliebten Porsche endlich wiederzubekommen. Eine bekannte Juristin hilft ihr dabei.

Porsche erinnert an ihren verstorbenen Mann

1956 ging Ingrid P. als Au-pair-Mädchen in die USA – und blieb! Die Deutsche arbeitete als Buchhalterin, heiratete und ging später in Rente. Nach dem Tod ihres Mannes im Oktober 2023 traf sie eine Entscheidung: Sie wollte zurück in ihre Heimat. Ingrid P. zu BILD: „Ich habe immer schon etwas Heimweh gehabt. Außerdem habe ich noch eine Wohnung in München, da musste ich eine Menge regeln.“

Für die Seniorin kam ein Abschied von ihrem Porsche nie infrage. „Ein Porsche ist eben ein Porsche. Er hat ein tolles, glitzerndes Weiß und weinrote Sitze. Mein Mann hat ihn ebenso geliebt wie ich. Da war es unvorstellbar, ihn in Kalifornien irgendjemandem zu verkaufen. Und in München brauche ich ja schließlich auch ein Auto...“

Im Herbst 2025 beauftragte sie eine Spedition, den rund 80.000 Euro teuren Sport-SUV von Amerika nach Bayern zu bringen. Nach der rund 15.000 Kilometer langen Reise endete die Fahrt jedoch in Hagen – und dort steht der Wagen bis heute.

Porsche-Reise wird zur Odyssee

Rechtsanwältin Margit Lichtinghagen (71) nahm sich des Falls an. Die Juristin wurde 2008 deutschlandweit bekannt, als sie damals als Bochumer Staatsanwältin den damaligen Chef der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel (heute 82), vor laufenden Kameras festnahm.

Sie sagt über den Fall: „Der Transport des Porsches glich einer Odyssee. Erst gab es zollrechtliche Probleme um die Einfuhr, dann fand die Polizei Hannover ihn auf einem Parkplatz, mit offenen Türen sowie Schlüsseln und Papieren im Wagen. Angeblich hatte sich der Fahrer beim Abladen verletzt und das Auto vergessen, als er ins Krankenhaus kam.“

Spediteur drohte mit Versteigerung

Dann der nächste Schock: Als Ingrid P. den Standort ihres Porsches über den Tracker überprüfte, stand der Wagen plötzlich vor einer Werkstatt in Hagen. Lichtinghagen berichtet: „Wir entschlossen uns, den Vertrag zu kündigen und andere den Porsche nach München bringen zu lassen.“ Doch der Spediteur gab den Wagen nicht heraus. Gegenüber BILD erklärte er: „Es gibt eine unbezahlte Rechnung. Ich mache ein Pfandrecht geltend. Der Wagen wird in Kürze versteigert.“

Dass es dazu nicht kam, verdankt Ingrid P. nach Angaben ihrer Anwältin einem schnellen Eingreifen. „Damit die alte Dame endlich wieder in ihren Porsche steigen kann, wurden die Forderungen unter Vorbehalt beglichen.“ Gleichzeitig reichte Lichtinghagen Klagen gegen den Spediteur und das Autohaus in Hagen ein. Es geht um Nutzungsausfall und weitere Kosten. Auch die Staatsanwaltschaft werde die Vorgänge nun überprüfen.

Für Ingrid P. zählt vor allem ein Moment: endlich wieder in ihrem Macan zu sitzen. Nicht wegen der 440 PS oder der Beschleunigung – sondern wegen des Sitzkomforts, der Schönheit und der Sicherheit des Autos.