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Berchtesgaden (Bayern) – Das Feuer hat das historische Kehlsteinhaus schwer gezeichnet. Am Tag danach herrscht Einsturzgefahr. Gleichzeitig wird schon vom Wiederaufbau gesprochen. Jetzt berichtet die Polizei, wie der verdächtige Biker den Einsatzkräften praktisch in die Arme lief. Die Ermittlungen zum Motiv gehen in zwei Richtungen.

Schon einen Tag nach der Brandkatastrophe sprechen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und der Landkreis bei einer Pressekonferenz vom Wiederaufbau. Adolf Hitlers Teehaus sei „gut versichert“ gewesen, so Herrmann nach dem Brand.

Das ist über den Verdächtigen (33) bekannt

Der festgenommene Mann ist deutscher Staatsbürger und 33 Jahre alt. Er wohnt derzeit nicht im Berchtesgadener Land, hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft aber Bezüge zur Region. Laut Polizei wurden bereits mehrere Objekte, die mit dem Mann in Verbindung stehen, durchsucht. Nach BILD-Informationen soll es sich um einen Mann aus Berlin handeln, der gebürtig aus Bayern stammt.

Ermittler prüfen zwei mögliche Motive

Die Ermittlungen zum Motiv des Täters dauern an. Im Mittelpunkt steht derzeit eine psychische Erkrankung des 33‑Jährigen. Noch in der Nacht ergaben sich konkrete Hinweise darauf. Ein Sachverständiger wurde deshalb mit einem Kurzgutachten beauftragt. Inzwischen wurde auch die vorläufige Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung angeordnet.

Wegen der NS-Geschichte des Gebäudes prüft die Polizei aber auch ein politisches Motiv. Das Kehlsteinhaus wurde 1937/38 während der NS-Zeit als politischer Repräsentationsort errichtet, Adolf Hitler selbst nutzte es nur selten. Seit 1952 wurde das Gebäude als Berggaststätte genutzt. Zuletzt befand sich dort auch eine Ausstellung zur NS-Geschichte mit etwa 300.000 Besuchern jährlich.

So lief der Biker den Einsatzkräften in die Arme

Polizeieinsatzleiter Gerhard Holzinger berichtet am Samstag von der Festnahme des einzigen Verdächtigen. „Wie es das Glück wollte“, kam den Einsatzkräften auf der schmalen Straße zum Kehlsteinhaus ein Motorrad ohne Kennzeichen entgegen, so Holzinger. Weil bereits der Verdacht auf Brandstiftung bestand, wurde der Biker festgenommen.

Feuerwehr mehrere Stunden gefangen

Die Feuerwehr hatte nicht so viel Glück. Die Einsatzkräfte kämpften mit widrigsten Bedingungen. Schnee, Eis und giftiger Rauch erschwerten die Löscharbeiten massiv. Einsatzkräfte waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten und harrten mehrere Stunden in selbstgebauten Unterständen aus. Gegen 2.50 Uhr musste der Einsatz sogar unterbrochen werden. Erst am Morgen konnte weiter gelöscht werden.