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Rugendorf (Bayern) – Sie hatten eine Preisgarantie von zehn Jahren versprochen, doch jetzt ist Schluss mit grüner Energie. Der Ökostromanbieter Grüüün stellt in wenigen Wochen seinen Betrieb ein. Rund 200.000 Kunden müssen sich nun einen neuen Versorger suchen.

Grüüün war 2024 gestartet und hatte mit langfristigen Preisgarantien geworben. Kunden konnten einen Vertrag abschließen, der ihnen bis zu zehn Jahre lang einen festen Strompreis sichern sollte. Nur Netzentgelte, Steuern und Gebühren konnten sich ändern.

Warum der Energieversorger die Reißleine zieht

Der Strom sollte zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. Ein großer Teil davon sollte aus den eigenen Ökostromanlagen kommen. Nach eigenen Angaben lassen sich die Preisgarantien angesichts der geplanten Gesetzesänderungen aber nicht mehr halten.

Grüüün sieht vor allem die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (53, CDU) kritisch. Konkret geht es um Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und neue Regeln für den Ausbau der Stromnetze. Das Unternehmen befürchtet, dass künftig weniger neue Wind- und Solaranlagen gebaut werden können als geplant.

Wann der Betrieb eingestellt wird

Dadurch würde auch der geplante Ökostrom fehlen, mit dem Grüüün seine Kunden versorgen wollte. Der Anbieter habe monatelang mit der Bundesregierung verhandelt, um die Pläne zu stoppen. Ohne Erfolg: Zum 31. Oktober 2026 endet die Belieferung von Privatkunden bundesweit.

Das sollten Kunden jetzt wissen

Wer weiterhin günstig Strom beziehen will, sollte sich rechtzeitig um einen neuen Vertrag kümmern. Wer nach dem Ende der Belieferung keinen anderen Energieversorger hat, fällt automatisch in die örtliche Grundversorgung. Diese kann deutlich teurer sein als alternative Tarife. Auch die Schlussrechnung sollten Kunden genau prüfen. Sie muss innerhalb von sechs Wochen nach dem Ende der Stromlieferung eintreffen.

Ob Grüüün bestehende Verträge vorzeitig kündigen darf, hängt von den Vertragsbedingungen ab. Wer unsicher ist, ob die Kündigung rechtens ist, kann sich an eine Verbraucherzentrale wenden. Das Unternehmen gehört zur Münch-Energie-Gruppe in Rugendorf (Bayern) und hatte innerhalb von zwei Jahren rund 200.000 Kunden gewonnen.