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Wien – Für viele Autofahrer gehört es zum Urlaubsritual wie das Kofferpacken und der erste Kaffee an der Raststätte: Vignette kaufen, Schutzfolie abziehen und sorgfältig an die Windschutzscheibe kleben. Das ist in Kürze vorbei.

Die Marke dient als Nachweis für die bezahlte Maut in Deutschlands Nachbarländern Österreich und Schweiz. Sie wird für Autobahnen benötigt. Manche Urlauber sammeln die bunten „Pickerl“ regelrecht, erinnern sie doch noch Jahre später an der Scheibe klebend an fröhliche Ferien. Ab Januar 2027 ist damit in Österreich Schluss. Die dortige Bundesregierung hat beschlossen, vollständig auf die digitale Vignette umzusteigen. Die Vignette zum Kleben gibt es dann nicht mehr.

Wichtige Daten zur Vignette

Der Abschied von der Klebe-Vignette erfolgt schrittweise. Relevant sind drei Daten:

  • 1. Dezember 2026: Ab diesem Datum werden keine neuen Klebe-Vignetten mehr verkauft.
  • 31. Januar 2027: Wer noch eine feuerrote gültige Vignette von 2026 an der Windschutzscheibe hat, darf damit bis zu diesem Datum weiterfahren.
  • 1. Februar 2027: Ab diesem Datum ist in Österreich vollständig Schluss mit geklebten Vignetten. Dann gilt ausschließlich die digitale Vignette.

Das teilte die Betreibergesellschaft ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft) mit. Wer keinen Internetzugang hat, kann die digitale Variante „analog“, etwa an Tankstellen oder Mautstellen, kaufen.

Was die Abschaffung soll

Das österreichische Mobilitätsministerium (BMIMI) spricht von moderner und nachhaltiger Mobilität. ÖVP‑Verkehrssprecher Joachim Schnabel erklärte schon bei der Ankündigung des „Pickerl“-Aus Ende 2025, dass die Abschaffung eine Ersparnis von 3 bis 5 Millionen Euro jährlich bringe. Für Autofahrer soll es vor allem praktischer sein: kein Kleben, kein mühsames Abkratzen der alten Vignette und kein Ärger mehr mit Kleberesten auf der Windschutzscheibe. Dazu gibt es künftig Funktionen wie einen Erinnerungsservice, eine Abo-Möglichkeit und die automatische Verlängerung.

Wie teuer die neue Vignette wird

Die österreichische Jahresvignette 2027 für Pkw kostet 108,90 Euro. Für Autofahrer sind das 2,10 Euro höhere Kosten als 2026 (106,80 Euro). Die Preise für die Kurzzeitvignetten sind noch nicht bekannt. Für 2026 gelten noch diese Preise:

Was in anderen Ländern gilt

In vielen europäischen Ländern ist die Maut für Autobahnen inzwischen vollständig digital organisiert. Eine Ausnahme bleibt allerdings die Schweiz: Dort können Autofahrer weiterhin zwischen der klassischen Klebe-Vignette und der digitalen E-Vignette wählen. Eine Abschaffung der Klebevariante ist bislang nicht vorgesehen.

Die Klebe-Vignette kostet dort wie die digitale Version 40 Schweizer Franken (rund 43 Euro). Sie gilt jeweils vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres. Wer also weiterhin am Klebe-Ritual festhalten möchte, kann das bei einer Autofahrt durch die Schweiz noch tun.