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Wolfsburg/Hannover – Berichte über den nächsten brutalen Sparhammer bei Volkswagen haben bei Beschäftigten, Betriebsrat und IG Metall Entsetzen und Wut ausgelöst. Auch die Politik ist alarmiert – und geht auf Konfrontation mit dem VW-Vorstand und dessen angeblichen Kahlschlag-Plänen.

Wie das „Manager Magazin“ berichtete, will Vorstandschef Oliver Blume (58) bis zu 100.000 von weltweit 657.000 Stellen abbauen. Vier Werke in Niedersachsen, Sachsen und Baden-Württemberg sollen auf der Kippe stehen: die VW-Standorte Emden und Zwickau, Hannover (VW Nutzfahrzeuge) und Neckarsulm (Audi). Der Widerstand ist groß. „Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern“, kündigten VW-Betriebsrat und IG Metall an.

Widerstand in den Bundesländern

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (59, SPD), der im VW-Aufsichtsrat sitzt, betont: „Das Land wird keiner Entwicklung zustimmen, die auf Werksschließungen als vermeintlich einfache Lösung setzt. Die Zukunft von VW wird nicht dadurch gewonnen, dass man immer neue Werksschließungen oder immer größere Stellenabbauprogramme in den Fokus stellt.“ Entscheidend seien wettbewerbsfähige Fahrzeuge und eine klare strategische Ausrichtung. „Genau das hat VW groß gemacht, und genau daran muss der Vorstand sich messen lassen.“

„Werden um das Werk kämpfen“

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD) sorgt sich um das Werk in Zwickau: „Wir werden um das Werk, um die Arbeitsplätze kämpfen.“ MP Michael Kretschmer (51, CDU) betont, Volkswagen gehöre zum Markenkern Deutschlands: „Wenn dieses Unternehmen aufgibt, dann ist das fatal für unser ganzes Land.“

„Vom VW-Konzern erwarte ich insbesondere mit Blick auf den Standort Neckarsulm, dass er die Landesregierung von Baden-Württemberg frühzeitig informiert und das Gespräch mit uns sucht. Das sind wir den Beschäftigten schuldig“, sagt Ministerpräsident Cem Özdemir (60, Grüne). Sollte der Stellenabbau bei VW im angekündigten Ausmaß kommen, „wäre das ein tiefer Einschnitt“.

Der hannoversche Bundestagsabgeordnete Adis Ahmetovic (32, SPD) bezeichnete die Sparpläne als „Frontalangriff und eine deutliche Kampfansage“. Er schimpft: „Das VW-Management scheint sich inzwischen vor allem mit Ankündigungen zum Stellenabbau profilieren zu wollen.“

Kuban: „Das ist der Ruhrpott-Moment“

CDU-Wirtschaftsexperte Tilman Kuban (39), ebenfalls Bundestagsabgeordneter aus Hannover, zu BILD: „Für Niedersachsen ist das der Ruhrpott-Moment. Es hilft jetzt kein Blick zurück mit Verweis auf Managementfehler oder zu hohe Lohnkosten, sondern nur der Blick nach vorne.“ Es brauche einen „Pakt für das Auto“ mit einem Ende des Verbrenner-Aus, neuen Handelsabkommen und einem Deal zur Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze.