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Stade (Niedersachsen) – Ein Meer aus Blumen, Kerzen und kleinen Engeln wurde in stillem Gedenken an sechs Menschen niedergelegt, die kaltblütig erschossen wurden. Von Trauernden, die an die Opfer des Stade-Killers erinnern wollen, der einen furchtbaren Amoklauf im Mutter-Kind-Heim beging. Jetzt sind all die Zeichen der Anteilnahme vor dem Tathaus plötzlich verschwunden. Die schlimme Vermutung: Unbekannte haben die Trauerstelle geplündert.

Am 29. Juni geschah die Tat, die fassungslos zurückließ. Fatih G. (45) hatte ein sogenanntes Hilfeplangespräch in der Mutter-Kind-Einrichtung in der Dankersstraße in Stade (Niedersachsen). Es ging um seine kleine Tochter (3 Monate) und seine Frau (34). Die beiden waren hier auf gerichtliche Anordnung untergebracht, denn Fatih G. soll das Kind durch Schütteln schwer verletzt haben. Nach dem Gespräch holte er eine Beretta-Pistole aus dem Auto und erschoss gezielt sechs Mitarbeiter der Jugendhilfe.

Nachbarn sind verwundert

Noch Wochen nach dem Amoklauf schmückten die Zeichen der Anteilnahme den Grünstreifen vor dem Klinkerbau. Nur ein schmaler Zugang zum Haus blieb frei. Doch plötzlich sind all die Symbole gegen das Vergessen weg. Lediglich ein paar Grabkerzen stehen noch auf dem Mäuerchen. Ein Nachbar: „Ich habe mich gewundert, dass die Kerzen und Blumen fast über Nacht verschwunden sind.“ Anwohner fragen sich, ob möglicherweise die Stadt dahintersteckt.

Stadt hat nichts veranlasst

Doch ein Sprecher weist das klar zurück. Thorben Völker von der Stadt Stade zu BILD: „Wir haben davon heute auch gehört, aber wir haben nichts veranlasst. Wir können es uns auch nicht erklären, dass all die Blumen und Kerzen verschwunden sind.“

Killer Fatih G. hatte sich nach der Bluttat in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde das Leben genommen. Trauernde der sechs Opfer haben inzwischen auf dem Nachbargrundstück des Heims neue Blumen abgelegt und Kerzen entzündet.