TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Berlin – Deutschlands Autofahrer zahlen drauf! In unseren direkten Nachbarländern ist eine Tankfüllung bis zu 30 Euro billiger. Die aktuelle BILD-Tabelle zeigt Preise vom 20. Juli: Beim Super sind nur die Niederlande teurer als Deutschland, beim Diesel Italien und die Niederlande. In Polen sparen Autofahrer bei 50 Litern Super 31,45 Euro, in Tschechien beim Diesel 31,30 Euro. Pro Liter Benzin liegt der Unterschied zum Nachbarland Polen bei 63 Cent!

Der vollständige EU-Wochenvergleich mit Preisstand 13. Juli bestätigt den deutschen Preisschock: Bei Benzin und Diesel war die Bundesrepublik jeweils das viertteuerste Land der 27 EU-Länder. Nur Dänemark, die Niederlande und Finnland lagen noch höher.

Andere Länder bremsen den Preis

Der ADAC zu BILD: „Steuern und Abgaben sind der wichtigste Grund für die Preisunterschiede zwischen den europäischen Ländern.“ Hinzu kämen verschiedene CO₂-Kosten, Mehrwertsteuern, Marktstrukturen und staatliche Regeln. Spanien senkt die Kraftstoffsteuer im Juli um 15 Cent je Liter. Im August werden daraus zehn Cent, im September fünf Cent. Österreich drückt die Preise abseits der Autobahnen um bis zu zehn Cent – über eine niedrigere Mineralölsteuer und begrenzte Gewinnspannen. Tschechien hatte Benzin und Diesel seit April staatlich gedeckelt. Erst gestern lief die Regelung aus.

So stark kassiert der Staat beim Sprit mit

Deutschland dagegen ließ seinen Tankrabatt Ende Juni auslaufen. Seit dem 1. Juli fehlen Autofahrern dadurch rund 17 Cent Entlastung je Liter. Die neue Zwölf-Uhr-Regel senkt die Preise nicht: Sie bündelt Erhöhungen nur auf die Mittagszeit. Doch selbst die hohen Steuern erklären nicht alles: Bei E10 machen Steuern und Abgaben rund die Hälfte des Preises aus, beim Diesel etwas weniger. Allein die Energiesteuer beträgt 65,45 Cent (Benzin) beziehungsweise 47,04 Cent (Diesel) je Liter.

ADAC hält Spritpreise für zu hoch

Der Autoclub hält den Sprit definitiv für zu teuer: Die jüngsten Aufschläge gingen „über das hinaus, was allein durch die Entwicklung des Rohölpreises erklärbar ist“. Der Verband der Mineralölwirtschaft verweist dagegen auf die gestiegenen Weltmarktpreise für fertiges Benzin und Diesel. Dazu kämen Ausfälle russischer Raffinerien und höhere Transportkosten durch Niedrigwasser am Rhein.

ADAC-Rat: Preise entlang der Route prüfen. In Deutschland ist Tanken vormittags kurz vor zwölf Uhr am günstigsten.