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Düsseldorf – Immer mehr Schüler sprechen zu Hause eine andere Sprache als Deutsch. Damit sie schnell mitreden und sich integrieren können, gibt es viel Förderunterricht und Extra-Kurse. Die schwarz-grüne Koalition von Ministerpräsident Hendrik Wüst (50, CDU) in NRW will Schulleistungen nun aber auch in der Muttersprache der Kinder erfassen, wenn sie nicht ausreichend Deutsch sprechen. Die FDP warnt mit drastischen Worten.

„Da sind wir bei Klassenarbeiten auf Arabisch, auf Türkisch, auf Ukrainisch“, sagte Henning Höne (39), Fraktionschef der Liberalen, bei der Debatte im Düsseldorfer Landtag. Leistungen von Schülern, die nicht gut genug Deutsch können, in der Herkunftssprache zu überprüfen, sei „überhaupt kein Signal in Richtung Integration und keins in Richtung Chancengerechtigkeit“. Es sei eine Schwächung der Unterrichtssprache Deutsch.

Landesschulministerin Dorothee Feller (60, CDU) warf Höne vor, falsche Behauptungen zu verbreiten. Jenseits des Fremdsprachenunterrichts gelte: „Unsere gemeinsame Bildungssprache ist und bleibt Deutsch, sowohl im Unterricht als auch in Prüfungen.“

Das steht im Antrag von CDU und Grünen

Darum geht der Streit: Mit einem Antrag von CDU, Grünen und der oppositionellen SPD soll die Mehrsprachigkeit an Schulen gefördert werden. Am Ende wird die Regierung tatsächlich aufgefordert, „Regelungen anzupassen, sodass fachliche Kompetenzen auch dann angemessen erfasst werden können, wenn ein Kind aufgrund noch unzureichender Deutschkenntnisse seine Kompetenzen nicht vollständig darstellen kann“.

Grüne wollen Lehrer in „Förderung von Mehrsprachigkeit“ ausbilden

Mehrsprachigkeit könne „für die Wirtschaft und für die Gesellschaft insgesamt zu einer Chance werden“, heißt es bei den Grünen. NRW sei „ein Land der Vielfalt und der gelebten Mehrsprachigkeit“. Rund ein Drittel der Bevölkerung habe eine Zuwanderungsgeschichte. Statt in den Schulen den vollen Fokus auf den Erwerb der deutschen Sprache zu legen, wollen die Grünen sogar „die Förderung von Mehrsprachigkeit in der Lehrkräftefortbildung“ aufgreifen.

Der umstrittene Antrag stammt schon aus dem Sommer 2025 und kam erst jetzt ins Plenum. Ein Antrag der FDP-Fraktion, die Passage zu streichen und klarzustellen, dass die Unterrichts- und Prüfungssprache Deutsch sei, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. CDU und Grüne haben eine bildungs- und integrationspolitische „Kapitulationserklärung“ abgegeben, so Höne.