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Potsdam – Sorglos duschen, Garten gießen, Pool füllen? Damit soll nach Plänen von Brandenburgs SPD-Umweltministerin Hanka Mittelstädt (39) bald Schluss sein. Sie sagt: Wasser wird zu unbedacht verbraucht. Ihre Konsequenz: Der Preis für Wasser muss steigen.

„Wasser ist in der jetzigen Situation noch zu günstig“, sagte Mittelstädt der Nachrichtenagentur dpa. Die Folge der niedrigen Preise sei, „dass wir mittags die Pools füllen“ und „nach wie vor in den Gärten die Sprinkleranlagen sehen.“ Das soll sich mit der Preiserhöhung ändern. Schon jetzt liegt Deutschland beim Wasserpreis deutlich über den EU-Durchschnitt.

Hintergrund der Forderung ist die zunehmend angespannte Wasserlage in ganz Deutschland. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt in Brandenburg führen große Teile der Flüsse nur noch Niedrigwasser. Die Wasserstände vieler Seen haben Tiefststände erreicht, viele Regionen haben gerade so wenig Grundwasser wie noch nie. „Die Entwicklung ist extrem“, erklärte ein Sprecher des Landesamtes. Zurzeit macht besonders die Spree den Behörden Sorgen. Sie soll im Normalfall die Trinkwasserversorgung von Brandenburg und Berlin sichern, führt derzeit aber nur wenig Wasser.

Kohleausstieg verschärft die Lage

Ausgerechnet durch den Kohleausstieg droht eine weitere Verschärfung der Lage. Bislang wird beim Braunkohleabbau Grundwasser abgepumpt und in die Spree geleitet. Fällt das weg, könnte der Fluss deutlich weniger Wasser führen. Die Ministerin selbst warnte bereits: „Da werden wir uns alle noch ganz tief in die Augen gucken.“ Wie stark die Wasserpreise künftig tatsächlich steigen könnten, ließ sie allerdings offen. Nach Plänen der SPD-Landesregierung soll 2038 der Kohleabbau in Brandenburg enden.

Um die Wasserversorgung in Brandenburg langfristig zu sichern, werden verschiedene Maßnahmen diskutiert: Unter anderem könnten zukünftig zusätzliche Wasserspeicher, eine Überleitung von Wasser aus der Elbe sowie eine Pipeline von der Ostsee Abhilfe schaffen. Für die Finanzierung der Maßnahmen fordert Mittelstädt Unterstützung vom Bund.