TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Palma de Mallorca (Spanien) – Unglaublicher Vorfall auf Mallorca: Eine junge deutsche Touristin (31) wird von einem Kutscher angegriffen, weil sie ihn zuvor aufgefordert hatte, sein abgemagertes Pferd zu tränken. Der Mann beschimpfte die junge Frau obendrein als „deutschen Neonazi“.

Der Vorfall, über den die „Mallorcazeitung“ zuerst berichtete, ereignete sich am Freitag in Palmas Altstadt auf Mallorca. Xenia K. (31) aus Hamburg und zwei Freundinnen gingen an der Kathedrale vorbei, als ihnen die Kutschen mit den Pferden auffielen. „Ein Pferd war extrem abgemagert. Die Rippen schauten heraus und die Hüftknochen. Es hat bei 32 Grad sehr, sehr doll gesabbert, was ein Zeichen ist, dass das Pferd Durst hat“, berichtet Xenia K. gegenüber BILD. Sie kennt sich mit Pferden aus, ihr Stiefvater hat einen Reiterhof.

Xenia K. spricht den Kutscher an, der für die Tiere verantwortlich ist: „Ich habe ihn gefragt, ob er weiß, dass das mit diesem abgemagerten Pferd Tierquälerei ist und ob er dem Tier bitte etwas zu trinken geben kann.“

Attacke mit Wasserflasche

Da wird der Kutscher stinksauer: Er fuchtelt vor der Urlauberin mit den Händen herum und greift ihr ins Gesicht. Er ruft in gebrochenem Deutsch: „Scheiße“. Plötzlich hat er eine Wasserflasche in der Hand, schüttet der Deutschen Wasser ins Gesicht.

Als Neonazi beschimpft

„Nicht normal, das ist eine deutsche Neonazi“, schreit er die Touristin an. Die zierliche Frau bleibt ruhig: „Meine Mutter hat immer einen Satz zu mir gesagt: ,Aggressive Menschen provoziert nichts so sehr, wie wenn du einfach stark bist und grinst und Ruhe bewahrst.‘“ Eine Freundin geht dann aber dazwischen, weil sie Angst um Xenia bekommt. Zahlreiche Schaulustige verfolgen die Szene.

Die Begleiterin der Urlauberin filmt alles. Die 31-Jährige stellte den Vorfall später bei Instagram auf ihrem Kanal xeniadenise ins Netz. „Wir haben es nicht für Social Media gefilmt, sondern einfach, damit wir eine Absicherung haben für den Notfall. Ich wollte, dass dieses Tier etwas zu trinken bekommt.“

Untersuchung gegen Kutscher

Die Deutsche stellt wegen des Angriffs keine Strafanzeige gegen den Kutscher: „Es kamen dann aber Einheimische auf mich zu und sagten, dass diese Menschen unberechenbar seien. Dass sie schon seit langer Zeit Petitionen unterschreiben und dass die Polizei nichts macht.“

Tierschutzorganisationen bemängeln, dass die Palma-Pferde stundenlang in der Hitze stünden und Touristen durch die Stadt ziehen müssten. Die Behörden untersuchen jetzt den Vorfall, ermitteln gegen den Kutscher. Der jammert, er habe 50 Euro durch den Vorfall verloren, schreibt die „Mallorcazeitung“. Aus dem Rathaus hieß es laut Zeitung, man würde „kein Verhalten dulden, das gegen die Pflichten und Vorgaben für Betreiber und Fahrer der Pferdekutschen in Palma verstößt“.