Caracas/Owingen – Um an Geld und ihr Haus zu kommen, soll er seine Mutter wochenlang in einen Keller gesperrt und gequält haben. Doch zum Prozess kam es nicht. Sohn Manuel F. (32) flüchtete ins Ausland. Nun haben Interpol-Ermittler den Deutschen in Venezuela festgenommen.
Nach seiner Flucht wurde Manuel F. international gesucht, per „Red Notice“ von Interpol. Das ist ein Ersuchen an Polizeibehörden weltweit, eine gesuchte Person aufzuspüren und vorläufig festzunehmen. Gefunden wurde er jetzt in der Stadt Valencia im Norden Venezuelas.
Schwere Vorwürfe gegen Sohn (32)
Die Staatsanwaltschaft wirft Manuel F. mehrere Straftaten, unter anderem Menschenraub, räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung vor. Er soll seine Mutter im Herbst 2024 in deren Haus in Owingen (Baden-Württemberg) etwa einen Monat lang im Keller eingesperrt haben. Dort soll es auch zu schweren Misshandlungen gekommen sein. Sohn Manuel habe seine Mutter geschlagen, gefesselt und zeitweise an einen Stuhl gebunden. Laut Anklage wurde die Frau nur einmal täglich mit Essen versorgt. Passanten hörten ihre Hilferufe und verständigten die Polizei.
Es ging um Geld und das Haus
Die Ermittler gehen davon aus, dass Manuel F. seine Mutter zwingen wollte, ihm Geld zu überweisen und ihr Haus auf ihn zu übertragen. Laut Anklage überwies die Frau auch Geldbeträge im vierstelligen Bereich.
Prozess gegen Sohn platzte
Vor dem Amtsgericht Konstanz sollte sich Manuel F. wegen der Vorwürfe verantworten. Im Prozess wollte die Mutter nicht gegen ihren Sohn aussagen, wie das Gericht mitteilte. Doch der 32-Jährige erschien nicht zum Prozess. Er floh schon lange vorher ins Ausland. Über seinen Verteidiger ließ F. ein Attest einer mexikanischen Psychologin vorlegen. Darin hieß es, schwere Depressionen und Panikattacken könnten seine Verhandlungsfähigkeit einschränken. Die Richterin erkannte das Papier nicht an und erließ Haftbefehl. Nun startet ein Auslieferungsverfahren nach Deutschland. Wann Manuel F. der Prozess gemacht wird, ist noch unklar.