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Glasgow (Schottland) – Ex-Snooker-Weltmeister Graeme Dott (49) ist wegen sexuellen Missbrauchs zweier Minderjähriger schuldig gesprochen worden. Die Vorfälle haben sich laut Prozessbeobachtern zwischen 1993 und 1996 sowie zwischen 2006 und 2010 im Raum Glasgow ereignet. Beide Opfer befanden sich zur Tatzeit noch im Grundschulalter.

Eine der Geschädigten – eine inzwischen über 40 Jahre alte Frau – hatte sich bereits 2001 an die Polizei gewandt. Warum es bis zur Verurteilung des Pädokriminellen so lange gedauert hat, wurde vor Gericht nicht klar. Das zweite Opfer ist ein Mann, der heute Ende 20 ist. Er erstattete 2024 Anzeige. Erst daraufhin klingelten die Beamten bei der ersten Geschädigten und befragten sie zum Missbrauch.

Gegen Graeme Dott wurde im April 2025 Anklage erhoben, woraufhin der Snooker-Verband den Weltmeister von 2006 suspendierte. Der Schotte wurde außerdem zweimal WM‑Zweiter. Zum Zeitpunkt der Anklage hatte er seinen sportlichen Zenit überschritten, war nur noch auf Platz 56 der Weltrangliste.

Vor Gericht sagten beide Betroffenen aus, wie manipulativ Dott vorging: Den systematischen Missbrauch tarnte er als angeblich kindliche Spiele. Neben einem sogenannten Belohnungssystem setzte der Pädokriminelle seine Opfer auch unter Druck und zwang sie, nichts zu verraten.

Detective Inspector Gary Smillie nannte Dott nach dem Jury-Urteil „ein gefährliches Individuum“. Der Ermittler hofft, „dass sein Schuldspruch denen etwas Trost verschafft, die von seinen Taten betroffen waren“. Das Strafmaß wird, wie in Großbritannien üblich, erst zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Dieser Termin ist für den 29. September angesetzt. Bis dahin sitzt der 49-Jährige im Gefängnis, zuvor war Dott auf Kaution frei. Der Ex-Weltmeister behauptete vor Gericht, unschuldig zu sein, und bezichtigte seine Opfer der Lüge.