Krakau (Polen) – Sie riskierten ihr eigenes Leben, um andere zu retten. Jetzt kämpft ganz Polen mit ihnen. Innerhalb weniger Stunden sind bei einem Spendenaufruf umgerechnet mehr als eine Million Euro für die beiden schwer verletzten Polizisten zusammengekommen.
Die Aktion wurde laut Berichten vom Gründer eines Medienportals gestartet. „Für die Helden von Krakau und ihre Familien. Für die, die alles riskiert haben“, heißt es darin. Die Resonanz war überwältigend.
Polens Ministerpräsident: „Das sind wahre Helden“
Laut Polens Ministerpräsident Donald Tusk (69) handelt es sich bei den mutigen Beamten um Jakub Kulik und Artur Morański, die am Samstag den 24-jährigen Schützen Michal O. unter Einsatz ihres Lebens stoppten. Bei dem Terroranschlag in der Altstadt von Krakau wurden sechs Menschen getötet, 16 Verletzte kamen ins Krankenhaus. Darunter der mutmaßliche Täter und die beiden jungen Polizisten.
„Der Oberpolizist Jakub Kulik und der Oberpolizist Artur Morański sind wahre Helden“, schrieb Ministerpräsident Tusk auf X: „Sie haben wahrscheinlich viele Menschenleben gerettet, ohne Rücksicht auf die Gefahr, selbst ihr Leben zu verlieren. Ihr Zustand ist ernst, aber sie werden sehr gut versorgt. Ganz Polen drückt euch die Daumen.“ Die Beamten sind mittlerweile aus dem Koma erwacht. Krakaus Bürgermeister Łukasz Gibała (49) schlug vor, beiden Polizisten die Ehrenbürgerschaft der Stadt zu verleihen
Verletzte Beamte brauchten Blutspenden
Beide Beamte wurden bei ihrem Einsatz schwer verletzt und mussten kompliziert operiert werden. In einem Video war zu sehen, wie einer der Polizisten verwundet und mit letzter Kraft den Attentäter überwältigt, bevor er selbst zusammenbricht.
In sozialen Netzwerken verbreiteten sich dringende Aufrufe zur Blutspende. Besonders für Jakub K. wurde Blut der Gruppe AB Rh+ gesucht. Er war vor seinem Eintritt in die Polizei Soldat. Die 6. Luftlandebrigade rief Menschen dazu auf, ihm zu helfen. Nach Angaben der Brigade funktioniert eine seiner Lungen nicht. „Jeder Tropfen Blut ist jetzt Gold wert“, hieß es in dem Aufruf.
Nach dem Attentat waren am Abend in der Wohnung von Michal O. im rund 150 Kilometer von Krakau entfernten Ostrowiec Świętokrzyski drei weitere Leichen gefunden worden. Es handelt sich dabei um die Eltern und die Schwester des Täters, die er offenbar zuvor getötet hatte. Der 24-Jährige soll nach Angaben von Innenminister Marcin Kierwinski (50) „rechtsextremen Ideologien fasziniert“ gewesen sein.