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Berlin – Wer hat es auf unsere Kinder abgesehen? Nach Halloween häufen sich erschreckende Funde: Nägel, Nadeln und andere spitze Gegenstände stecken in Süßigkeiten, die Kinder gesammelt haben. Und in diesem Jahr scheint das Ausmaß ungewöhnlich groß zu sein. Stand 3. November ermittelt die Polizei bereits in mehr als 50 Fällen in 12 Bundesländern! Inzwischen geht eine Polizeibehörde dem Verdacht nach, ob dahinter eine TikTok-Challenge steckt.

Eigentlich soll Halloween für Kinder vor allem eines sein: gruselig-schön. Doch in diesem Jahr sorgt etwas ganz anderes für Schrecken. In Süßigkeiten wurden spitze Gegenstände entdeckt, die im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein können: Nadeln, Nägel, Schrauben und andere Metallgegenstände fanden sich in den Süßigkeiten. Präpariert wurden unterschiedliche Produkte, darunter Schokoriegel, Kaubonbons, Weingummi und Waffelschnitten.

Zwei Kinder verletzt

Bislang sind zwei Fälle bekannt, bei denen sich Kinder verletzten: In Bremervörde (Niedersachsen) biss ein Mädchen in einen Schokoriegel. Darin versteckt: eine mindestens 5 Zentimeter lange Stecknadel. Die Neunjährige verletzte sich an der Zunge. In Neustadt-Glewe (Mecklenburg-Vorpommern) erlitt ein Kind durch eine Nadel leichte Verletzungen im Mundbereich.

In mehreren Fällen bissen Kinder zwar auf Nadeln oder Nägel, blieben wie durch ein Wunder aber unverletzt. Ob die Fälle zusammenhängen oder möglicherweise derselbe Täter dahintersteckt, ist bislang unklar. Die Ermittlungen laufen.

BILD schildert einige der erschreckenden Vorfälle:

Baden-Württemberg

Filderstadt (Landkreis Esslingen): Zwei Familien fanden mehrere Nadeln in zwei Milch-Haselnuss-Schnitten. Die Nadeln waren von außen nicht sichtbar.

Bad Rappenau (Landkreis Heilbronn): In mindestens zwei Fällen steckten nicht sichtbare Stecknadeln in Kaubonbons eines bekannten Herstellers sowie in einem Schokoriegel.

Bayern

München: Ein Junge (9) biss auf ein mit einer Nadel präpariertes Kaubonbon, spuckte es wieder aus und blieb unverletzt.

Landshut: Hier wurden Schrauben und andere spitze Gegenstände in Kaubonbons und Schokoriegeln gefunden.

Brandenburg

Sallgast (Landkreis Elbe-Elster): Eine Nadel war in die Aufreißkante der Verpackung einer Gummisüßigkeit eingearbeitet.

Bremen

Bremen-Walle: Eine Mutter entdeckte einen Nagel in einem Schokoriegel.

Hamburg

Hamburg-Groß Flottbek: Eine 13-Jährige bekam beim Sammeln einen Schokoriegel, in dem sie später eine Nadel fand.

Hessen

Groß-Zimmern (Landkreis Darmstadt-Dieburg): Ein mit einem Nagel versehener Schokoriegel wurde an ein Kind verschenkt. Der Riegel wurde nicht gegessen.

Mecklenburg-Vorpommern

Carlow (Landkreis Nordwestmecklenburg): Eltern melden mit Nadeln präparierte Halloween-Süßigkeiten.

Schönberg (Landkreis Nordwestmecklenburg): Mehrere Funde von Nadeln in Süßigkeiten beziehungsweise Schokoriegeln.

Niedersachsen

Hannover: Eine Neunjährige fand gleich in drei einzeln verpackten Süßigkeiten Nadeln: in einem Schokoriegel und zwei Kaubonbons.

Garbsen bei Hannover: Dieser Fall fällt aus der Reihe: Eine Frau meldete eine Nähnadel in einem Schokoriegel, den sie laut eigener Aussage zuvor im Supermarkt gekauft hatte. Die Hintergründe werden untersucht.

Nordrhein-Westfalen

Essen: In zwei unterschiedlichen Fällen wurden Nadeln bzw. Metallstifte in Schokoriegeln und Weingummi entdeckt.

Bad Salzuflen: Ein Vater entdeckte eine von außen nicht sichtbare Nadel in einem Kaubonbon aus der Halloween-Ausbeute seiner Tochter.

Sachsen-Anhalt

Burg, Siedlung Ost (Landkreis Jerichower Land): In insgesamt sieben Verpackungen wurden gefährliche Gegenstände gefunden, darunter Schrauben und Cent-Münzen.

Magdeburg: Gefährliche Metallteile steckten in verschiedenen Halloween-Süßigkeiten.

Schleswig-Holstein

Burg auf Fehmarn (Kreis Ostholstein): Eine Elfjährige entdeckte beim Durchbrechen eines Schokoriegels eine rund drei Zentimeter lange Nähnadel. Zusätzlich spuckten zwei Mädchen auffällig nach Seife schmeckende Weingummis aus und berichteten später über Beschwerden.

Holm (Kreis Pinneberg): Zunächst 3,5 Zentimeter langer Nagel in einem länglichen Kaubonbon; anschließend wurden weitere präparierte Bonbons gefunden.

Thüringen

Umpferstedt (Weimarer Land): Schwer erkennbare Tackernadeln steckten in Kaubonbons zweier Geschwister (11 und 12 Jahre).

Landkreis Eichsfeld, genauer Ort nicht eindeutig benannt: Eine Nadel und eine Cent-Münze steckten in einem Apfel.

Aus Berlin, Rheinland-Pfalz, Sachsen und dem Saarland sind bislang keine offiziellen Fälle bekannt.

Was steckt hinter den vielen Fällen?

Was steckt hinter der Häufung? Die Polizei in Essen teilte auf BILD-Anfrage mit, das LKA sei über die Vorfälle informiert. Sprecher Matthias Werk: „Selbstverständlich tauschen wir uns stetig mit anderen Polizeibehörden aus.“ Wie die „Abendzeitung München“ berichtet, prüft das niederbayerische Polizeipräsidium in Straubing den Verdacht, ob eine TikTok-Challenge oder Ähnliches dahintersteckt.