Berlin – Deutschland steht vor der größten Rentenreform seit Jahren. Wie drängend das Thema ist, zeigt eine aktuelle INSA-Umfrage für BILD: Demnach sorgen viele Deutsche privat nicht fürs Alter vor. Konkret: 42 Prozent der Befragten legen privat kein Geld für die Rente zurück – zum Beispiel in Aktien oder auf dem Sparbuch. 9 Prozent wissen es nicht oder machen keine Angabe. Heißt: Fast jeder Zweite will oder kann privat nicht fürs Alter sparen. Dabei ist die private Vorsorge eine wichtige Säule des Rentensystems – neben der gesetzlichen Rente und Betriebsrenten. 49 Prozent sorgen privat fürs Alter vor.
Brisant auch: Die Mehrheit der Deutschen lehnt eine Maßnahme ab, die das Rentensystem entlasten könnte. So sind 58 Prozent der Befragten gegen längere Lebensarbeitszeiten. Nur gut jeder Vierte (28 Prozent) ist dafür.
Doch 51 Prozent sind für eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Zahl der Arbeitsjahre. Damit würden Akademiker meist später in Rente gehen, weil sie in der Regel erst nach dem Studium zu arbeiten beginnen – und damit später als Beschäftigte, die direkt nach der Schule ins Berufsleben gestartet sind.
Nach monatelangen Beratungen will am Dienstag die Rentenkommission aus Wissenschaftlern und Politikern ihre 30 Vorschläge vorstellen. Sie sollen in den kommenden Wochen in einen Gesetzentwurf aufgenommen werden – und die Rente zukunftsfest machen.
28 Prozent der Deutschen sind für mehr Steuergeld im Rentensystem (2026: 128 Milliarden Euro). 18 Prozent sind für eine Erhöhung der Rentenversicherungsbeiträge für die Beschäftigten, 15 Prozent für langsamer steigende Renten.