TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Berlin – Für Millionen Bahnreisende war auch der Juli wieder eine Nervenprobe: Gerade einmal 52,6 Prozent aller Fernzüge waren pünktlich unterwegs. Damit blieb die Deutsche Bahn (DB) auf exakt dem miserablen Niveau des Vormonats – fast jeder zweite ICE oder IC kam mit mindestens sechs Minuten Verspätung ans Ziel. Im Mai waren noch 61,1 Prozent aller Fernzüge pünktlich ins Ziel gelangt. Im gesamten ersten Halbjahr waren lediglich 58,7 Prozent der Züge pünktlich. Zugausfälle werden dabei nicht berücksichtigt.

Die Pünktlichkeit im DB-Fernverkehr hatte im Oktober vergangenen Jahres mit 51,5 Prozent einen historischen Tiefpunkt erreicht. Im Schnitt des Jahres 2025 lag sie bei 60,1 Prozent. Eine Pünktlichkeitsquote von 80 Prozent im Fernverkehr wird die Bahn laut ihrer Chefin Evelyn Palla (52) erst 2035 erreichen.

Die Gründe für das Dauer-Chaos sind vielfältig. Neben unzähligen Baustellen und maroder Infrastruktur kämpfte die Bahn auch mit extremer Hitze. „Generell verzeichnet die Deutsche Bahn seit mehreren Monaten eine kontinuierliche Zunahme von Anlagenstörungen“, räumt der Konzern ein.

Was der Bahn zu schaffen macht

Besonders die Hitzewellen Ende Juni und Ende Juli machten dem Schienennetz zu schaffen. „Temperaturen von zeitweise mehr als 41 Grad belasteten die Verkehrsinfrastruktur erheblich“, erklärte die Bahn. Weil es so heiß war, konnten selbst notwendige Reparaturen teils nicht wie geplant erledigt werden und mussten verschoben werden.

Doch damit nicht genug: Eine Sabotage auf der Strecke Köln–Düsseldorf legte den Verkehr zusätzlich lahm. Auch ein kurzfristig aufgetretener Brückenschaden in Nordrhein-Westfalen sorgte für weitere Verspätungen.

Für die Fahrgäste sieht die Bilanz noch düsterer aus: Nur 55 Prozent erreichten ihr Ziel im Juli nach Bahn-Definition pünktlich – das ist der drittschlechteste Wert, seit die Deutsche Bahn diese Reisendenpünktlichkeit im Jahr 2024 erstmals veröffentlichte. Sie misst den Anteil der Fahrgäste, die in einem bestimmten Zeitraum ihr Ziel pünktlich erreicht haben. Als pünktlich gilt ein Reisender bis zu einer Verspätung von 14 Minuten und 59 Sekunden.

Zum Vergleich: Im Regionalverkehr lief es deutlich besser. Dort lag die Pünktlichkeitsquote im Juli bei 87,9 Prozent.