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Kiel – Erstmals in der Amtszeit von Daniel Günther (seit 2017 Ministerpräsident) gerät die CDU im Norden in heftige Turbulenzen. In einer INSA-Umfrage für BILD kassieren die Christdemokraten neun Monate vor der nächsten Landtagswahl (18. April 2027) in Schleswig-Holstein eine regelrechte Klatsche, büßen 12 Prozentpunkte ein! Damit steht die CDU nur noch bei 27 Prozent.

Grüne und AfD im Aufwind

Stand heute sind andere die großen Gewinner: Günthers Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen verbessert sich um vier Prozentpunkte (17 Prozent). Auch die AfD (derzeit nicht im Landtag) klettert um vier Prozentpunkte (18 Prozent), wäre damit aus dem Nichts zweitstärkste politische Kraft im Plenum.

Gut für die Liberalen: Im Heimatland des neuen Bundesvorsitzenden Wolfgang Kubicki (74) hat seine Wahl einen echten Effekt, die FDP macht zwei Prozentpunkte gut und rettet sich so in den Landtag (6 Prozent). Auch die Linkspartei (steht bei 7 Prozent) hat Grund zur Zuversicht. Erstmals seit der Wahl 2009 winkt ein Einzug ins Parlament. Der SSW (Südschleswigscher Wählerverband) liegt bei 6 Prozent und ist als Minderheitenpartei (Friesen, Dänen) ohnehin von der 5-Prozent-Hürde ausgenommen.

Auch die SPD verliert

Ist das der Effekt aus dem Bund? Einziger echter Verlierer neben der CDU ist die SPD. Beide Parteien stellen in Berlin die Bundesregierung. Die Sozialdemokraten verlieren einen Prozentpunkt (15 Prozent). Zur Erinnerung: Beim letzten Urnengang 2022 hatte Günther mit der CDU alleine noch 43 Prozent geholt und die absolute Mehrheit nur um ein Mandat verfehlt.

Nach der aktuellen Umfrage hat Schwarz-Grün in Schleswig-Holstein keine eigene Mehrheit mehr. CDU und Grüne kommen zusammen nur noch auf 44 Prozent und wären für eine Regierungsbildung auf mindestens einen weiteren Partner angewiesen. Mit der FDP reagierten CDU und Grüne schon von 2017 bis 2022 (Jamaika-Koalition).

Zwar käme auch die AfD mit 18 Prozent rechnerisch als Mehrheitsbeschaffer infrage, eine Koalition mit ihr gilt jedoch als ausgeschlossen, weil alle übrigen Landtagsparteien eine Zusammenarbeit ablehnen. Eine Regierung ohne Günther wäre damit rechnerisch nur durch ein äußerst unwahrscheinliches Fünfer-Bündnis aus Grünen, SPD, Linken, SSW und FDP möglich.