Kathmandu/Peking – Sie zerstörte alles, was ihr im Weg stand. Satellitenbilder vom Himalaya zeigen das ganze Ausmaß der verheerenden Sturzflut. Innerhalb weniger Minuten wurden am Mittwoch grüne, bewohnte Täler entlang des Trishuli-Flusses von Schlamm, Geröll und Wasser überzogen. Dörfer, Straßen und Felder wurden zerstört oder verschwanden vollständig unter einer bis zu zwei Meter hohen, graubraunen Masse aus Schlamm und Schutt.
Die Aufnahmen aus dem All sind verstörend: Was vor der Flutwelle noch deutlich zu erkennen war, ist jetzt weg. Besonders betroffen sind Orte wie Syapru Besi und Tupche. Die Satellitenbilder zeigen, wie sich das Flussbett stark verbreiterte und ganze Landstriche überflutete.
Brücken und Straßen weggerissen
Mehrere Brücken und wichtige Verkehrswege wurden von der Schlammlawine weggerissen. Die Veränderungen sind deutlich – und sogar aus dem All erkennbar. Das Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet ist kaum wiederzuerkennen.
Spur der Verwüstung über viele Kilometer
Experten gehen davon aus, dass ein gewaltiger Gletscherabbruch hoch im Himalaya die Katastrophe ausgelöst hat. Die Satellitenaufnahmen zeigen eine mehrere hundert Meter große Abbruchstelle an einem Gletscher nördlich der Grenze zu Nepal. Die herabstürzenden Eis- und Geröllmassen sollen die verheerende Flutwelle ausgelöst haben, die sich mit enormer Geschwindigkeit durch die Täler fraß. Die Flut hinterließ eine fast 170 Kilometer lange Spur der Verwüstung.
Hunderte Menschen kamen bei der Naturkatastrophe ums Leben, mehr als 2000 werden weiterhin vermisst. Die Region im Langtang-Nationalpark ist ein beliebter Ausgangspunkt für Trekkingtouren und Pilgerreisen zum heiligen Berg Kailash. Deshalb werden besonders viele Touristen vermisst.