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Berlin – Deutschlands Ärztechef schlägt Gesundheitsalarm! Viele Deutsche leben zu ungesund, mit drastischen Folgen für die Gesundheit. Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (63) zu BILD: „Wir Deutsche gehen nicht gut mit unserer Gesundheit um. Deshalb ist unsere Lebenserwartung unter dem EU-Schnitt. Das Rauchen und der Alkoholkonsum beginnen oft schon in der Jugend. Da können Ärzte und das Gesundheitssystem nur als Reparaturbetrieb versuchen, die Folgen aufzufangen.“

Er fordert, das Rauchen deutlich teurer zu machen – um Jugendliche davon abzuhalten, damit anzufangen. „Kostet eine Schachtel Zigaretten 20 Euro, werden Jugendliche sich das nicht mehr wie heute leisten können. Das Schnorren von Zigaretten wird dann auch nicht mehr von Erfolg gekrönt sein.“ Heißt: Zigaretten sollten mehr als das Doppelte kosten!

Vapes mit einbeziehen

Aktuell liegt der Durchschnittspreis einer 20er-Packung bei rund 8,80 Euro. Die Regierung will die Tabaksteuer in den kommenden Jahren erhöhen – allerdings in kleineren Schritten. Eine Packung soll 2030 rund 11,40 Euro kosten.

Auch die Kinder- und Jugendärzte sind für eine deutliche Erhöhung der Preise. Jakob Maske (55), Vorstand des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, zu BILD: „8 bis 9 Prozent aller 13- bis 17-Jährigen rauchen. Höhere Preise würden viele Jugendliche vom Rauchen abhalten. Die Preise für Zigaretten sollten mindestens verdoppelt werden. Auch das neue Rauchen muss bedacht werden. Vapes müssten teurer werden.“ Vapes, also E-Zigaretten, werden insbesondere auch bei Jugendlichen immer beliebter.

Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (48, CDU) hatte bereits Anfang des Jahres eine höhere Tabaksteuer vorgeschlagen. Höhere Steuern seien „kein moralischer Zeigefinger, sondern eines der wirksamsten Instrumente für Gesundheitsschutz“, so Streeck.

Kassenärzte-Chef Gassen spricht sich auch für höhere Steuern auf Spirituosen aus. Zu BILD: „Auch Spirituosen sind deutlich zu günstig. Muss eine Flasche Wodka 5 Euro kosten? Nein, sie müsste 20 Euro kosten. Dann würden Jugendliche nicht damit vortrinken, bevor sie feiern gehen.“ Das sei gut für die Prävention und „als Nebeneffekt würden Milliarden zusätzliche Steuereinnahmen in den Haushalt fließen“, so Gassen.