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Washington – Während Russland die Ukraine täglich mit Raketen und Drohnen angreift, geht ausgerechnet Washington auf den Kreml zu: Weniger als einen Monat vor den US-Kongresswahlen will US-Präsident Donald Trump die hohen Spritpreise in den USA drücken und schließt mit Wladimir Putin einen Milliarden-Deal über Diesel-Lieferungen. Ein Geschenk für Putins Kriegskasse!

Insgesamt soll Russland über mehrere Monate bis zu 4,8 Millionen Tonnen Diesel in die USA liefern – im Oktober zunächst 300.000 Tonnen. Zum Vergleich: Der tägliche Dieselverbrauch in den USA liegt bei rund 500.000 Tonnen.

Wird der Sprit jetzt günstiger?

Ob Trumps groß angekündigter Diesel-Deal tatsächlich zu sinkenden Preisen an den Zapfsäulen führt, ist unklar. „Ich bin nicht überzeugt, dass das viel bewirkt“, so Prof. Clemens Fuest, Präsident des Münchner ifo-Instituts, zu BILD. Fraglich sei auch, „ob Russland überhaupt größere Mengen Diesel liefern kann“, so Fuest – viele Raffinerien sind durch ukrainische Angriffe stark beschädigt. Das Land leidet selbst unter Sprit-Knappheit.

Wie reagiert die Bundesregierung?

Der Sprecher von Bundeskanzler Friedrich Merz (70), Stefan Kornelius (60), teilte am Samstag mit, man habe die Entscheidung der USA „zur Kenntnis genommen“. Für die Bundesregierung sowie die europäischen Partner gelte, dass man an den Sanktionsbeschlüssen gegen Russland festhalte und man an weiteren Sanktionen arbeite. „Die Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf bleibt ungebrochen“, betonte Kornelius. Zudem würde „die diplomatische Arbeit an einer Friedenslösung fortgesetzt“.

Wie viel Geld bringt der Deal Putin?

Wie viel Geld durch die Dieselverkäufe tatsächlich in Putins Kriegskasse fließen könnte, lässt sich nicht genau beziffern. Würde Russland jedoch die angekündigten 4,8 Millionen Tonnen Diesel zum aktuellen Marktpreis von rund 1400 Dollar pro Tonne verkaufen, ergäbe sich ein Bruttoerlös von rund 6,7 Milliarden Dollar (etwa 6 Milliarden Euro).

Unabhängig von der tatsächlichen Höhe der Einnahmen warnt ifo-Präsident Fuest vor den Folgen für die Ukraine. Sollten die angekündigten Mengen tatsächlich von Russland geliefert werden können, „würde der Deal Russland stärken und die Ukraine schwächen“, schlussfolgert der Ökonom.

Welche Rolle spielte die Ukraine?

Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) reagierte mit scharfer Kritik auf den Deal. „Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg (gegen die Ukraine), den man beenden und nicht verlängern muss“, schrieb er auf Telegram. Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals Axios könnte der Diesel-Deal zwischen Trump und Putin auch mit den ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien zusammenhängen. Demnach soll Trump Selenskyj dazu gedrängt haben, die Attacken einzustellen. Doch der habe sich geweigert.