TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

New York (USA) – Der Rockstar unter den Welt-Politikern nahm mal wieder kein Blatt vor den Mund. Polter-Auftritt von Argentiniens Präsident Javier Milei (55) vor der UN-Vollversammlung in New York! Genutzt für einen Frontalangriff gegen die Vereinten Nationen.

Die UNO sei inzwischen eine „nutzlose Organisation“, die nur noch dazu diene, „eine Kaste von fatal arroganten Parasiten zu ernähren, die sich als wohlmeinende Bürokraten tarnen“, donnerte Milei. Worte, mit denen er seine gepfefferte Kritik aus früheren UN-Auftritten noch einmal verschärfte. 2024 hatte er die Organisation bereits als bürokratischen „Leviathan“ angegriffen. Zwei Jahre später ging er deutlich weiter.

Was der Präsident der UNO vorwirft

Statt Sicherheit und Menschenrechte zu gewährleisten, habe die UNO „Chaos, Gewalt und internationalen Terrorismus“ zugelassen. Die angeblichen Verteidiger der Menschenrechte hätten „blutrünstige Diktaturen“ und Regime geschützt, „die Frauen auf offener Straße steinigen“. Gleichzeitig sei ein gewaltiger bürokratischer Apparat entstanden, der sich in das Leben der Menschen und die Politik souveräner Staaten einmische. Das Ergebnis bezeichnete Javier Milei als eine „Mischung aus Anarchie und Tyrannei“.

Bei KI gerät er ins Schwärmen

Nach all der Wut schlug Javier Milei beim Thema Künstliche Intelligenz plötzlich ganz andere Töne an. Wo andere Gefahren wittern, sieht der Argentinier vor allem Chancen. Er schwärmte, KI könne die Produktivität in einem bislang kaum vorstellbaren Ausmaß steigern. Mileis bildhafte Prognose: „Die Künstliche Intelligenz wird die Stecknadelfabrik des 21. Jahrhunderts.“ Er bezog sich damit auf den schottischen Ökonomen Adam Smith (1723–1790): Der hatte am Beispiel der Herstellung von Stecknadeln erklärt, wie Arbeitsteilung die Produktivität enorm steigern kann. Genau einen solchen Produktivitätssprung verspricht sich Milei heute von KI.

Er kündigte deshalb erneut an, in seinem Land auf strenge KI-Regeln verzichten zu wollen. Vorgesehen seien stattdessen Steueranreize und begrenzte Haftung für Unternehmen, die mit KI-Agenten arbeiten. Ausdrücklich stellte sich Javier Milei in diesem Teil seiner Rede an die Seite von US-Präsident Donald Trump (80). Der hatte am Vortag vor der UNO angekündigt, die US-Regierung werde künftig statt von „Künstlicher Intelligenz“ von „Superintelligenz“ sprechen.