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Magdeburg (Sachsen-Anhalt) – „Mein Name ist Robert Habeck und ich kandidiere nicht.“ Kaum hat der frühere Vizekanzler diesen Satz ausgesprochen, reagiert das Publikum enttäuscht. Robert Habeck (59, Grüne) ist zwar aus der aktiven Politik ausgeschieden, hat Lehraufträge übernommen und arbeitet inzwischen als Senior Advisor für eine Investmentgesellschaft. Doch im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt zieht er noch immer.

Gut 500 Menschen sind am Freitagmittag der Einladung der Grünen in die „Schweizer Milchkuranstalt“ gefolgt, einen der schönsten Biergärten Magdeburgs unweit der Elbe. Der einstige Grünen-Star fungiert als Stichwortgeber für Spitzenkandidatin Susann Sziborra-Seidlitz (48), mit der er gut eine Stunde lang über ihren Werdegang und Politik spricht. Warum Habeck nach Sachsen-Anhalt gekommen ist, liegt auf der Hand: Die Grünen können prominente Unterstützung gut gebrauchen.

Nach der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF kommt die AfD auf 40 Prozent, die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze (47) auf 23 Prozent. Die Linke erreicht 13 Prozent, die SPD 9 Prozent und die Grünen 6 Prozent. BSW und FDP würden mit jeweils 3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Ausgerechnet die Grünen könnten damit zum Zünglein an der Waage werden. Schaffen sie den Wiedereinzug in den Landtag, dürfte die AfD ihr Ziel einer Alleinregierung verfehlen.

Habecks Wunsch für Sachsen-Anhalt: „Gutes Ergebnis“

Mehrfach verweist der Ex-Vizekanzler darauf, dass sich seine Partei in den Umfragen auf inzwischen sechs Prozent verdoppelt habe. Auf die Frage von BILD, was er sich für Sachsen-Anhalt wünsche, antwortet er knapp: „Ein gutes Ergebnis.“

Zum Schluss erfüllt der Wirtschaftsminister a.D. der Spitzenkandidatin seiner Partei noch einen Wunsch. Zu Beginn der Veranstaltung hatte Sziborra-Seidlitz erklärt, sie hoffe auf eine mindestens 20 Meter lange Selfie-Schlange. Damit rechte Influencer nicht mehr behaupten könnten, bei den Grünen sei nichts los. Tatsächlich stehen viele Besucher für ein Foto mit Habeck an. Geduldig posiert er für ein Bild nach dem anderen. Von politischem Ruhestand ist in diesem Moment wenig zu spüren.