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London – Für viele ein Stück Weltgeschichte, für einen Nachbarn offenbar ein Ärgernis: Ein Hausbesitzer in London hat sich ein originales Stück der Berliner Mauer in seinen Garten stellen lassen – jetzt ermittelt die Stadtverwaltung gegen ihn.

Wie die Nachrichtenagentur SWNS berichtet, ließ der Immobilienentwickler Steven Thorpe (65) im Februar das 2,8 Tonnen schwere und 3,10 Meter hohe Mauersegment in den Garten seines Hauses im Stadtteil Herne Hill transportieren. Kaum stand das historische Betonstück an seinem Platz, gab es Ärger. Ein Nachbar fragte den 65-Jährigen, ob er dafür eine Baugenehmigung habe. Als Thorpe verneinte, reichte der Mann Beschwerde bei der Stadt ein. „Ich dachte ehrlich gesagt nicht, dass ich dafür eine Genehmigung brauche. Für mich ist es ein Kunstwerk“, sagt Thorpe.

Nun prüft der Bezirk Southwark den Fall. Die Behörde bestätigte gegenüber SWNS, dass eine Beschwerde eingegangen sei und nun untersucht werde, ob weitere Schritte nötig sind.

Für Kinder eine Attraktion

Thorpe hatte das Mauerstück nach eigenen Angaben von einem Landwirt in Ostdeutschland gekauft. Ein Freund habe ihn auf den Verkauf aufmerksam gemacht. Anschließend ließ er das mehrere Tonnen schwere Betonteil per Lkw und Fähre nach Großbritannien transportieren.

Heute kommen nach seinen Angaben regelmäßig Kinder aus der Nachbarschaft vorbei, um sich das Mauerstück anzusehen. Der 65-Jährige hat dafür sogar ein kleines Informationsheft über die Berliner Mauer drucken lassen. „Der Fall der Berliner Mauer war das bedeutendste historische Ereignis meines Lebens“, sagt Thorpe. Nun hofft er, dass die Behörde die Aufstellung nachträglich genehmigt.