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Hi, ich bin Dasha Burns, Leiterin des „Politico“-Büros im Weißen Haus. Und ich berichte seit fast zehn Jahren über Trump. Inzwischen auch für BILD.

Der Iran-Krieg ist wieder aufgeflammt. Fast täglich greifen die USA militärische Infrastruktur des Teheraner Regimes an. Die Auswirkungen dieser Iran-Entscheidung sind für Präsident Donald Trump (80) andere als die für Vizepräsident JD Vance (41). Denn eines ist klar: Beim amerikanischen Volk ist dieser Kurs nicht beliebt. Die Regierung hat es bislang nicht geschafft, die Öffentlichkeit von ihrem Vorgehen zu überzeugen.

JD Vance inszeniert sich als Friedensstifter

Aus meinen Gesprächen im Umfeld des Vizepräsidenten wird deutlich: Vance hat intern verloren – und will nach außen trotzdem gewinnen. Es gab zahlreiche Berichte (unter anderem in „Politico“, das wie BILD zu Axel Springer gehört) über seinen eigenen Widerstand gegen ein US-Militärmanöver gegen den Iran. Am Ende hat er sich nicht durchgesetzt.

Aber die Art, wie Vance mit dieser Niederlage umgeht, ist bemerkenswert. Sein Team hält die Situation politisch für gewinnbar – gerade weil er derjenige war, der auf Frieden gedrängt hat. Er hat sich selbst zum Gesicht gemacht, um die Absichtserklärung zwischen USA und Iran an das amerikanische Volk zu „verkaufen“. Und selbst wenn diese Absichtserklärung am Ende scheitert, sagen mir Leute aus seinem engsten Umfeld: Für Vance spielt das keine Rolle. Was zählt, ist das Bild – das Bild von einem Vizepräsidenten, der von der Öffentlichkeit, von der Welt als derjenige wahrgenommen wird, der diesen Krieg beenden will.

Donald Trump denkt an sein Vermächtnis

Bei Präsident Trump ist die Lage anders. Er ist nicht mehr im Rennen um eine weitere Amtszeit – und das ist ihm sehr bewusst. In meinen Gesprächen mit Quellen aus dem Weißen Haus in diesem Jahr hat sich zu ganz unterschiedlichen Themen ein Muster gezeigt: Trump sorgt sich weit mehr um sein Vermächtnis als um seine aktuellen Zustimmungswerte.

Beim Iran heißt das: Er wollte aussteigen. Alle hatten gehofft, dass die Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran der erste Schritt in Richtung Frieden werden könnte. Das Problem: Der Präsident hat überschätzt, wie belastbar diese Erklärung wirklich ist. Selbst einige Kritiker Trumps sind nicht davon überzeugt, dass die USA militärisch reagieren müssen, wenn der Iran schießt. Trump und sein Team dagegen glauben, es gebe keine anderen Optionen mehr.

Ein „trumpianischer“ Konflikt

Und hier liegt das eigentliche Problem: Niemand meiner Gesprächspartner im Weißen Haus oder dessen Umfeld hat eine klare Vorstellung davon, wie das Ganze enden soll. Es ist Präsident Trump, der den Weg bestimmt. Er hat ein Team, das mitredet – aber es ist ein sehr, sehr kleiner Kreis. Am Ende entscheidet er. Das macht diesen Konflikt zu dem, was er ist: einem zutiefst ‚trumpianischen‘ Konflikt – einem, dessen Ausgang und nächster Schritt völlig offen sind.