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Berlin – Historischer Tag für die Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland! Die Rentenkommission hat ihren Bericht an Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (58, SPD) übergeben. Kernpunkte: Kapitalrente wird feste Säule, auch Beamte und Selbstständige sollen einzahlen, und die Regelaltersgrenze steigt mit der Lebenserwartung.

Klare Aussage von Merz auf dem Podium im Kanzleramt: „Alle Elemente dieses Reformpakets, ich betone, alle Elemente dieses Reformpakets müssen jetzt zügig umgesetzt werden!“ Weiter: „Wir können es uns nicht erlauben, einzelne Maßnahmen herauszunehmen oder abzulehnen.“ Auch Bas sprach davon, dass es kein „Rosinenpicken“ geben dürfe. Die 33 Vorschläge der Kommission seien „ein Gesamtkunstwerk, das ineinandergreift“.

Merz zufolge erfülle der Bericht zwei Ziele: „Die Rente bleibt sicher und die Lasten werden gerecht verteilt über alle gesellschaftlichen Gruppen, über alle Generationen hinweg!“

Kapitalrente bringt bis zu 770 Euro extra

Bas sagte, vor allem die nach schwedischem Vorbild geplante Kapitalrente werde dazu führen, dass die heutige junge Generation eine höhere Rente haben werde als die Rentner heute. In Zahlen: „Laut unseren Vorausberechnungen könnte der sogenannte Eckrentner im Mittel nach 20 Jahren Ansparzeitraum in der Kapitalrente auf 150 Euro mehr Rente monatlich kommen, nach 45 Jahren sogar auf über 770 Euro mehr“, so Kommissionsmitglied Tabea Bucher-Koenen im „Spiegel“.

Merz schwärmte regelrecht über das System der Skandinavier: „Dort gibt es auch weniger Frühverrentung und die Rente ist an die Lebenserwartung gekoppelt. Die Skandinavier haben das geschafft und wir können das auch.“ Dazu präzisierte Kommissionschefin Prof. Constanze Janda, dass die Regelaltersgrenze in zehn Jahren um ein halbes Jahr steigen werde, „wenn die Lebenserwartung weiter so steigt“.

„Wollen keine Flaschen sammelnden Senioren mehr“

Kommissionsmitglied und SPD-Abgeordnete Annika Klose (33) warb dafür, die gesetzliche Rente für weitere Gruppen zu öffnen. Abgeordnete der kommenden Legislaturperiode sollten bereits in der gesetzlichen Rente pflichtversichert sein und einzahlen, auch künftige Selbstständige und Beamte! „Wir wollen keine Flaschen sammelnden Senioren mehr sehen“, so Klose.

Am 1. Juli soll im Koalitionsausschuss über die Vorschläge und das weitere Vorgehen beraten werden. Laut Bas könnte die Reform noch in diesem Jahr verabschiedet werden. „Es muss schnell gehen. Die Probleme dulden keinen Aufschub. Scheitern ist keine Option“, so Merz.