Deutschland schwitzt bei 40 Grad Celsius. Seit Tagen brennt die Sonne unbarmherzig vom Himmel: Gefahr für Leib, Leben – und unsere Straßen! Die Sommerglut macht Asphalt weich, sprengt Betonplatten auf. Deshalb muss in der Hitze jetzt sogar der Winterdienst ausrücken!
Wasser gegen „schmelzende“ Straßen
Im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen sind seit Tagen Mitarbeiter auf mehreren Straßen, unter anderem den Landesstraßen 2028 und 1016, unterwegs. Weil die andauernde Hitze den Asphalt weich macht, fährt der Winterdienst mit Sprühfahrzeugen über die Abschnitte und kühlt die Straßen mit Wasser. Der „Thüringer Allgemeine“ erklärte Andreas Bode, Leiter des Landesamtes für Bau und Verkehr für Nordthüringen, dass durch die Verdunstungskälte der Asphalt heruntergekühlt werden soll. In den Hitzeperioden der letzten Jahre wurden die Straßenabschnitte schon gesperrt, das soll in diesem Jahr vermieden werden.
Auch in Lünen (Nordrhein-Westfalen) testet die Stadt die Asphalt-Bewässerung zum Schutz vor Straßenschäden, ließ Sprühfahrzeuge über die betroffene Bergstraße fahren. In Hessen ist der Winterdienst im Hitze-Einsatz am Autobahnkreuz A643/A66.
Hitze sprengt Autobahnen auf
Bei anhaltend hohen Temperaturen wird das Bitumen im Asphalt weich und tritt an der Oberfläche aus. Die klebrige Schicht kann sogar an Reifen kleben bleiben. Schwerere Fahrzeuge verursachen tiefe Dellen im Straßenbelag. Doch nicht nur Asphaltstraßen sind betroffen: Auf Betonstraßen (zum Beispiel auch Autobahnen) kann es zu gefährlichen Blow-ups kommen. Der Beton dehnt sich bei starker Hitze aus. Durch den Druck platzen die Platten auf oder heben sich an. Deshalb wurden unter anderem die A2 bei Wollin (Brandenburg) und bei Burg (Sachsen-Anhalt) auf einem Teilstück gesperrt, ebenso die A10 bei Berlin.