Teheran – In das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran für eine Beendigung des Krieges ist iranischen Angaben zufolge im letzten Moment eine Klausel über Gebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus hinzugefügt worden. Dies gab die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf informierte Kreise bekannt.
Der Text der Einigung sei im letzten Moment geändert worden, „um die Frage der iranisch-omanischen Souveränität über die Straße von Hormus klar und ausdrücklich hervorzuheben“. Über den Preis für die Durchfahrt machte die Agentur keine Angaben. ABER: Schon Ende März hatte das Regime erklärt, dass künftig bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Durchfahrt fällig werden können – woraufhin die USA mit einer eigenen Blockade der Meerenge reagierten. Man werde sich nicht erpressen lassen, hieß es. Nun akzeptieren sie die Mullah-Maut offenbar doch!
Für die Schifffahrt sollte die Einigung eigentlich ein Hoffnungsschimmer sein: Nach der Verständigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen war man zuversichtlich, dass sich die Lage in einer der wichtigsten Seerouten der Welt entspannt. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Martin Kröger, sagte: „Die Signale aus den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran machen auch der Schifffahrt Hoffnung.“
46 deutsche Schiffe sitzen noch fest
Wie in der Nacht bekannt wurde, haben sich die USA und der Iran darauf verständigt, den Krieg beizulegen. Am Freitag soll in Genf eine Vereinbarung unterzeichnet werden. Ein zentraler Punkt der Verhandlungen war die Straße von Hormus, die seit Kriegsbeginn Ende Februar weitgehend blockiert ist. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump (80) sollte die Meerenge nach der Unterzeichnung wieder für den Schiffsverkehr geöffnet werden – aber offenbar nicht ohne Gegenleistung.
Nach Angaben des VDR aus Hamburg liegen derzeit noch 46 Schiffe deutscher Reedereien mit rund 1000 Seeleuten im Persischen Golf fest. Kröger mahnte zur Vorsicht: Es müsse sich erst zeigen, ob die Passage dauerhaft wieder sicher möglich sei. Der internationale Schifffahrtsverband Bimco bewertet die Sicherheitslage in der Straße von Hormus trotz des Abkommens weiterhin als instabil und stuft eine Durchfahrt nach wie vor als sehr riskant ein.