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Berlin – Der unelegante Rauswurf von Verkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) entwickelt sich für Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) zum echten Problem. Nachdem der geplante Nachfolger Fritz Güntzler überraschend abgesagt hat, steckt die Kabinettsumbildung fest – und in der Union wächst der Zorn auf den Kanzler.

Aus den eigenen Reihen kommt scharfe Kritik: So wirft etwa der Bundesvize der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Christian Bäumler (61), Merz einen fragwürdigen Führungsstil vor. Die Entlassung Schnieders erwecke „den Eindruck von Willkür“, sagte er dem „Handelsblatt“. Eine Bundesregierung dürfe „nicht wie ein Feudalkönigreich geführt werden“. Das Vorgehen beschädige das Vertrauen der Bürger in die Demokratie.

Altmaier: „Betroffen und wütend“

Auch CDU-Urgestein Peter Altmaier (68) sparte nicht mit Kritik. Auf X schrieb der frühere Kanzleramtschef, der Umgang mit Schnieder mache ihn „betroffen und wütend“. Weder Schnieders Person noch seine Leistung würden dem Vorgehen gerecht. Brisant: Schnieders Bruder, Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsident Gordon Schnieder (51, CDU), teilte den Beitrag kommentarlos.

Bosbach: „Das hat Patrick nicht verdient“

Noch deutlicher wurde Gerhard Kauth (66), Vorsitzender von Schnieders CDU-Gemeindeverband in Arzfeld. Im „Tagesspiegel“ nannte er das Vorgehen „skandalös“. Der Umgang sei „das Allerletzte“. In ganz Rheinland-Pfalz herrsche Kopfschütteln – „das versteht kein Mensch“.

Auch der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (74) zeigt sich irritiert. Zwar kenne er die Gründe für den geplanten Austausch nicht. „Aber die Art und Weise macht mich sehr nachdenklich“, sagte er dem „Handelsblatt“. Sein Fazit: „Das hat Patrick nicht verdient.“

Mit seiner missglückten Kabinettsumbildung hatte Merz das Chaos am Freitag selbst angerichtet. Verkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) wurde über seinen Rauswurf unterrichtet und verschickte am Freitagmorgen bereits eine Abschieds-SMS an Ministeriumskollegen – doch dazu kam es zunächst gar nicht. Der Grund: Der von Merz als Nachfolger vorgesehene CDU-Finanzexperte Fritz Güntzler (60) sprang kurzfristig ab. Seitdem herrscht Verwirrung um das Verkehrsministerium. Als neuer Kandidat wird inzwischen Steffen Bilger (46, CDU) gehandelt.