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Rostock – „Respekt, Vielfältigkeit, Weltoffenheit, Freundlichkeit“. Dieses Leitbild hat die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der Universitätsmedizin Rostock auf ihrer Homepage stehen. Ein Oberarzt konterkariert durch rassistische, volksverhetzende und gewaltverherrlichende Aussagen auf Social Media aktuell mutmaßlich die Werte seines eigenen Hauses. Ziel seiner Tiraden: offenbar Migranten!

Oberarzt spricht von „Ölaugen“

Kostprobe seiner radikalen Aussagen (Schreib- und Interpunktionsfehler aus Original übernommen, d. Red.), die er im Netz getätigt haben soll: „Ölaugen bekommen 6x6 in die Stirn wenn sie mich oder meine Familie bedrohen!“ Schusswaffen solle man mitführen und im Bedarfsfall einsetzen. Mutmaßlich gemeint: Menschen mit dunklen Augen, also Ausländer. Das Wort Ölauge wird in bestimmten Kreisen als Herabwürdigung von Migranten verwendet. „6x6 in die Stirn“ ist sehr wahrscheinlich eine Anspielung auf einen Angriff mit sechs Schüssen bzw. eine Schusswaffe mit entsprechender Munition.

Schlimm auch der Satz: „Remigrieren oder kremieren.“ Mutmaßlich meint er: Abschieben oder verbrennen. In einem Krematorium werden Verstorbene eingeäschert.

Arzt fantasiert über Erschießen und Verbrennen

Weiterer Spruch von Dr. S.: „Also ich sehe nur Heizmasse die unsere Energieproblem lösen kann. Remigrieren oder Lager.“ Im Klartext: Menschen, mutmaßlich Migranten, sollen zum Heizen verbrannt werden. Übel auch dieses Posting: „Finaler Rettungsschuss und gut. Weg mit dem und viel Geld gespart!“ Gemeint ist wohl der gezielte Todesschuss eines Polizisten, um eine vermeintliche Gefahr abzuwenden.

Uniklinik zieht Konsequenzen

Auf BILD-Anfrage heißt es: „Die Universitätsmedizin Rostock hat den betreffenden Mitarbeiter unverzüglich mit den getätigten Aussagen konfrontiert und den Verdacht bestätigt.“ Der betreffende Mitarbeiter sei unverzüglich freigestellt worden. Weitere arbeitsrechtliche Maßnahmen würden aktuell ergriffen. Zusätzlich setzt es eine Strafanzeige. S. war auf BILD-Anfrage nicht zu erreichen. Zuvor hatte die Uniklinik schon bei Instagram auf den Rassismus-Skandal reagiert.

Die Universitätsmedizin Rostock (UMR) ist Mecklenburg-Vorpommerns größte medizinische Einrichtung. An der UMR arbeiten mehr als 5000 Menschen in 28 Kliniken, zur Universitätsmedizin gehören rund 1100 stationäre Betten.

Fall politisch brisant vor Landtagswahl

Rund vier Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern (20. September) ist der Fall pikant. Denn Träger der Klinik ist das Land Mecklenburg-Vorpommern mit einer SPD-geführten Landesregierung. Den Sozialdemokraten (zuletzt 29 Prozent) ist die rechtspopulistische AfD (36 Prozent) in Umfragen enteilt.