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Augsburg (Bayern) – Das Paket enthielt mehr als 25 Gramm Kokain. Dazu lag darin ein verhängnisvoller Zettel: „Servus. Wie bestellt geliefert. Nächstes Mal wieder persönlich. Gutes Gelingen!“ Der Empfänger war der Liebhaber einer Ehefrau. Was wie der Fund eines Drogendeals aussah, soll in Wahrheit ein perfider Racheplan gewesen sein.

Der Ehemann Manuel H. (37) soll als Sicherheitsbeauftragter bei der DHL die Sendung mit den Betäubungsmitteln der Polizei gemeldet haben. Laut Anklage wollte er einen Nebenbuhler damit ins Gefängnis bringen – und so seine Ehe retten. Jetzt landete Manuel H. selbst vor dem Amtsgericht in Augsburg.

Polizei-Razzia wegen Fake-Paket bei Nebenbuhler

Nachdem H. im vergangenen Sommer erfuhr, dass seine Frau eine Affäre hatte, soll er dem Liebhaber gedroht haben: „Wenn du meine Frau nicht in Ruhe lässt, passiert etwas.“ Dann soll H. der Polizei den vermeintlichen Fund gemeldet haben. Die Kripo leitete zunächst ein Ermittlungsverfahren gegen den Nebenbuhler ein.

„Sie wollten so mit hoher krimineller Energie den Liebhaber ihrer Frau schlecht dastehen lassen“, so der Staatsanwalt. Das gelang dem gehörnten Ehemann zunächst auch. Nach der Aktion war die Affäre beendet, er kam mit seiner Frau wieder zusammen. Das Paar erwartet inzwischen das zweite Kind.

„Noch nie so schlechtes Kokain gesehen“

Doch der Liebhaber meldete die Drohung – und brachte die Polizei so auf die Spur von Manuel H.. Als die Beamten bei ihm zur Hausdurchsuchung anrückten, entdeckten sie das Schreiben aus dem Kokain-Paket auf seinem Computer.

Manuel H. landete nur deshalb nicht in Untersuchungshaft, weil das untergejubelte Kokain nur einen Wirkstoffgehalt von 15 Prozent hatte. Die Richterin: „Sonst haben wir es hier eher mit 90 Prozent Wirkstoffgehalt zu tun. So schlechtes Kokain habe ich noch nie gesehen. Ihr Glück.“

„Mein Mandant wollte nur seine Frau zurückgewinnen, hatte sein Hirn ausgeschaltet. Jetzt steht für ihn einiges auf dem Spiel“, erklärte sein Anwalt im Prozess. H. habe aufgrund der Ermittlungen seinen Job bei der DHL verloren, zudem drohe ihm die Scheidung.

Vor Gericht konnte der Familienvater eine Gefängnisstrafe im letzten Augenblick mit einem Geständnis abwenden. Die Richterin verurteilte ihn zu 1 Jahr, 6 Monaten auf Bewährung. Woher H. das Kokain bezogen hatte, wurde nicht aufgeklärt.