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Straßkirchen (Bayern) – Einst verkaufte er Bibeln, jetzt hätte ihn sein Job fast das Leben gekostet: Nach Recherchen der Wochenzeitung „Die Zeit“ stand der Rüstungsunternehmer Stefan Thumann (39) im Visier von Attentatsplanern aus dem Umfeld russischer Geheimdienste. Der Niederbayer gilt als Senkrechtstarter der Branche und liefert mit seinem Start-up Donaustahl Aufklärungs- und Angriffsdrohnen an die Ukraine.

Die Geschichte beginnt in der beschaulichen Gemeinde Straßkirchen in Niederbayern. Dort soll der Ukrainer Sergey N. im Dezember 2025 gezielt Thumanns Wohnhaus ausgespäht und Fotos angefertigt haben. Nach einem Hinweis eines ausländischen Nachrichtendienstes schlugen die Ermittler zu. Bayerische Beamte nahmen den Verdächtigen fest. Fatal: Offenbar musste der Mann wegen mangelnder Beweise schnell wieder entlassen werden. Erst als die Ermittler schließlich seine Handydaten auswerteten, stießen sie auf Brisantes: N. soll nicht nur Thumann, sondern auch dessen Vater überwacht haben. Zudem fanden sich Hinweise auf Kontakte zu einem russischen Geheimdienst. Doch da war N. längst aus Deutschland ausgereist.

Der Fall wurde laut „Zeit“ wiederholt bei der „Nachrichtendienstlichen Lage“ im Kanzleramt besprochen. An diesen Treffen nehmen auch die Chefs der Geheimdienste teil. Brisant: Neben dem Fall Thumann soll es auch bei einem anderen, namentlich nicht genannten Unternehmen Spionage gegeben haben. Jetzt wächst die Sorge, dass der Kreml bei seinen Aktivitäten in Deutschland keine Grenzen mehr kennt.

Thumann verkaufte einst Bibeln

Wieso ausgerechnet der Donaustahl-Chef ins Visier der Agenten geriet, dafür gibt es zumindest Indizien: Statt sich wie viele andere Rüstungsunternehmer öffentlich zurückzuhalten, positionierte er sich kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges klar gegen den Kreml und lieferte der Ukraine frühzeitig Drohnen. Im März klickten in Spanien die Handschellen, Sergey N. wurde festgenommen. Auch eine mutmaßliche Komplizin aus Rumänien konnte später aufgespürt werden. Doch Thumann steht laut „Zeit“ seither unter erhöhtem Personenschutz.