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Magdeburg (Sachsen-Anhalt) – Im Fanblock bei den Ultras war Max R. (29) einer der Lautesten. Doch als er sich am Montag vor dem Landgericht Magdeburg wegen versuchten Mordes an einem Polizisten verantworten muss, gibt sich der Muskelmann ganz kleinlaut.

Die Sicherheitsvorkehrungen am Landgericht erinnern an ein Hochrisikospiel im Fußball: Ausweiskontrollen, Sicherheitsschleusen sowie ein Verbot von Waffen und Fanschals. Der Vorsitzende Richter erließ eine Sicherheitsverfügung, die explizit „Vollverhüllung oder Vollverschleierung“ untersagt. An allen geplanten 14 Verhandlungstagen werden die Personalien sämtlicher Besucher erfasst, um Störungen des Prozesses zu verhindern.

Im Saal A23 geht es um die lebensgefährlichen Ausschreitungen während der Halbzeitpause des Zweitliga-Derbys zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden Ende Januar. Rund 250 FCM-Anhänger hatten in der Avnet-Arena Einsatzkräfte der Landespolizei attackiert. Die Angreifer zündeten Pyrotechnik und warfen mit Steinen, Absperrgittern, Mülltonnen, Stühlen und sogar einem Gullydeckel auf die Beamten. Die Bilanz: 70 verletzte Polizisten.

Ganz vorn mit dabei soll auch der knapp zwei Meter große Bodybuilding-Champion Max R. gewesen sein. Oberstaatsanwalt Armin Gebauer: „Der Angeklagte behielt eine Führungsrolle während der Gewalttätigkeiten inne. Er verstand sich als stärkste Kraft der Ultras. Um 21:18 Uhr schleuderte er aus blindem Hass einen 15 Kilogramm schweren Pflasterstein gegen die Polizeibeamten, die eine Absperrkette gebildet hatten.“

Die Folgen laut des Oberstaatsanwaltes: „Der getroffene Beamte ging zu Boden, erlitt eine Platzwunde am Auge. Die Attacke war potenziell tödlich.“

Alles, was die Prozessbeteiligten und die Zuschauer von dem Angeklagten am ersten Tag zu hören bekamen, sind seine persönlichen Angaben. Mit leiser Stimme sagt er: „Ledig. Keine Kinder. Ich arbeite als Elektroniker für Gebäudetechnik, stamme aus Aschersleben.“ Die beiden Verteidiger von Max R. kündigten allerdings an, dass sich ihr Mandant am Dienstag zu den Vorwürfen der Anklage äußern wolle. Danach plant das Gericht, Zeugen aus dem Stadion anzuhören.