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Dortmund – Paukenschlag im Prozess gegen eine brutale Jugendbande: Der Richter hat alle Zuschauer rausgeworfen – weil zwei Mädchen den Staatsanwalt als „Bastard“ beschimpft hatten.

Sechs junge Männer stehen vor dem Dortmunder Landgericht. Mit ihrer „Knappi-Gang“ (trafen sich oft am Knappschaftskrankenhaus) hatten sie am 14. August 2025 eine andere Gruppe überfallen – Haupttäter Faiz (20) trat mit unfassbarer Gewalt immer wieder auf ein am Boden liegendes Opfer ein. Ein Freund filmte den Exzess. SEK-Beamte nahmen die Verdächtigen im Dezember fest. Die Opfer hatten großes Glück, kamen mit schweren Verletzungen davon.

Staatsanwalt beklagt „Verrohung der Sitten“

Am Mittwoch ergriff der Staatsanwalt zu Beginn der Verhandlung das Wort: „Wir haben eine Verrohung der Sitten, diese Hauptverhandlung bildet keine Ausnahme“, sagte Golo Osthoff (43). Rechtsreferendarinnen, die im Zuschauerraum saßen, hätten ihm nach der vergangenen Sitzung von schockierenden Aussagen mehrerer Besucher berichtet. Osthoff: „Ich wurde demnach mehrfach als Bastard oder Scheißbastard bezeichnet. Es hieß ‚Ich solle meine Fresse halten‘ und ‚Ich werde schon sehen, was ich davon habe‘.“ Er betonte, dass er sich von diesen Verleumdungen und Drohungen nicht einschüchtern lassen werde.

Verleumdung kostet Mädchen 200 Euro

Dann kam es zu einer Gegenüberstellung: Die Zeuginnen gingen mit Justizwachtmeistern in den Zuschauerraum und identifizierten zwei Jugendliche – Daria und Nadine mussten aufstehen. Beide entschuldigten sich, erklärten, die Worte seien ihnen so „rausgerutscht“. Osthoff: „Ich nehme die Entschuldigung an, bin ja nicht nachtragend.“ Dennoch beantragte er eine empfindliche Strafe – die Mädchen müssen jetzt jeweils 200 Euro zahlen, tun sie das nicht, drohen ihnen zwei Tage Knast.

Weiterer Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Am Ende beschloss die Kammer um den Vorsitzenden Tim Wroblewski (49), dass der weitere Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Alle mussten raus – auch Journalisten. BILD stellte die „Bastard“-Ruferinnen zur Rede. Daria: „Das war peinlich und es tut uns wirklich leid. Wir sind mit den Angeklagten befreundet, es ist wirklich schwer zu ertragen, wenn da Sachen gesagt werden, die nicht stimmen.“

Den Angeklagten droht eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichen versuchten Totschlags. Zuletzt gab es Aufruhr um den Fall, als Schläger Faiz in der Untersuchungshaft erfuhr, dass andere Schläger in Dortmund seinen Vater totgetreten hatten.