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Frankfurt – Es klingt surreal, ist aber Teil der Anklage im Frankfurter Reichsbürger-Prozess: Die Gruppe um Heinrich XIII. Prinz Reuß hat versucht, Waffen zu beschaffen. Ihr Ziel: Kinder zu befreien, die ihrer Ansicht nach in unterirdischen Verliesen gefangen gehalten würden. Darüber berichtet unter anderem die Hessenschau.

Im Reichsbürger-Milieu werden immer wieder solche Verschwörungstheorien verbreitet, für die es keinerlei Belege gibt. Die rechtsextreme und antisemitische Gruppierung wehrt sich gegen alles, was mit der Bundesrepublik Deutschland zu tun hat, weil sie den deutschen Staat als solchen nicht akzeptiert. Entsprechend krude sind ihre wahnhaften Theorien. Der Ex-Soldat Peter W. bestätigte jedenfalls am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht zwei Waffenbeschaffungsversuche. Laut W. sollte die Ausrüstung „Teile des Militärarms“ der Reichsbürger-Gruppe vollständig ausstatten. Nicht für den angeblich geplanten Sturm auf den Reichstag in Berlin, wie die Bundesanwaltschaft annimmt. Sondern für eine noch abwegigere Mission: die Befreiung von Kindern, die nach der Ansicht der Gruppe in unterirdischen Verliesen zwischen Deutschland und der Schweiz gefangen gehalten und gefoltert würden.

Zwei gescheiterte Beschaffungsversuche

Der 58-jährige Peter W. sprach zum vierten Mal vor Gericht. Der Versuch, die Waffen zu besorgen, scheiterte allerdings. Dabei zahlten die Reichsbürger nach eigenen Angaben 30.000 Euro an zwei Brüder aus der Schweiz, die die Ausrüstung beschaffen sollten. Die Bundesanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass insgesamt mehr als 130.000 Euro an die beiden Schweizer gezahlt wurden. Allerdings lieferten die Brüder die Waffen nie. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.

Peter W. und acht weitere Angeklagte sollen einen bewaffneten Umsturz der Staatsordnung geplant haben. Laut Anklage sollen sie einer Terrororganisation angehört und Hochverrat vorbereitet haben. In den vergangenen Monaten rückte Peter W. immer stärker ins Zentrum des Prozesses.